Balkonkraftwerk Komplettguide 2022 mit 600W, Strafe, anmelden, Test

Möchten Sie Ihren eigenen Strom erzeugen und haben Sie nicht viel Platz für eine große Photovoltaikanlage, entscheiden Sie sich für die Mini Solaranlage. Sie wird auch als Balkonkraftwerk bezeichnet und hat einen Stecker. Eine solche Anlage besteht nur aus wenigen Modulen und wird an den Haushaltsstromkreis angeschlossen. Den erzeugten Strom verbrauchen Sie selbst.

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Als Balkonkraftwerk wird eine Mini Solaranlage bezeichnet. Sie besteht nur aus einem oder wenigen Solarmodulen und wird direkt an die Steckdose des Haushaltsstromkreises angeschlossen. Sie speisen den erzeugten Strom nicht in das öffentliche Netz, sondern in das Wohnungsstromnetz ein und verwenden ihn selbst. Über lange Zeit waren solche kleinen Systeme in Deutschland verboten.

Seit 2017, als die Norm VDE 0100-551 überarbeitet wurde, sind sie problemlos verwendbar. Die Bezeichnung Balkonkraftwerk mag ein wenig irreführend sein. Die Mini-Solaranlage können Sie zwar auf Ihrem Balkon verwenden, auch wenn Sie zur Miete wohnen, doch können die Anlagen auch auf dem Garagendach, auf dem Hausdach oder im Garten installiert werden.

Bei den Mini-Solaranlagen werden Photovoltaik-Solarsysteme zur Stromerzeugung und solarthermische Anlagen zur Erzeugung von Warmwasser mit Sonnenenergie unterschieden. Balkonkraftwerke haben meistens eine Leistung bis zu 10 Kilowattstunden.

Sie benötigen für solche Anlagen nur

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Die Funktionsweise eines Balkonkraftwerks ist vergleichbar mit der einer großen Photovoltaikanlage. Sie bringen die Anlage dort an, wo die Sonne am intensivsten einstrahlt. Eine Ausrichtung nach Süden ist ideal, doch funktioniert auch eine Ausrichtung nach Westen oder Osten mit entsprechend niedrigeren Erträgen. Mit dem Stecker schließen Sie die Anlage an eine Steckdose Ihres Hausstromkreises an. Die Anlage verfügt über einen Wechselrichter, genau wie die große Photovoltaikanlage.

Ein Gleichstrom entsteht, wenn Sonnenlicht auf die Module des Balkonkraftwerks trifft. Dieser Gleichstrom wird vom Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Der Strom wird in das Wohnungsstromnetz eingespeist und steht dort als sofortiger Eigenverbrauch zur Verfügung. Der Wirkungsgrad des Balkonkraftwerks ist abhängig vom Material der Anlage und von der Sonneneinstrahlung.

Er ist nicht vergleichbar mit dem einer großen Photovoltaikanlage. Da es sich nur um eine kleine Anlage handelt, ist die Ausbeute an Strom entsprechend geringer. Eine Alternative dazu ist ein Parallel-Stromkreis, für den Sie separate Steckdosen verwenden.

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Müssen Balkonkraftwerke genehmigt werden?

Auch wenn es sich bei einem Balkonkraftwerk nur um eine Mini Solaranlage mit einer geringen Leistung handelt, müssen Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen beachten. Es handelt sich um Anlagen nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), auch wenn der Strom nicht ins öffentliche Netz eingespeist wird. Beachten Sie alle Rahmenbedingungen, bewegen Sie sich nicht in einer rechtlichen Grauzone. Die Anlage muss der überarbeiteten Norm VDE 0100-551 von 2017 entsprechen.

Sie entspricht den rechtlichen und technischen Anlagen, wenn sie mit einem Schutzkontaktstecker ausgestattet ist. Wichtig ist auch eine sturmsichere Befestigung, sodass niemand durch die Anlage gefährdet wird. Pro Stromkreis darf nur eine Stromerzeugungseinrichtung angeschlossen sein. Ab einer Leistung von einem Kilowatt ist das Balkonkraftwerk meldepflichtig.

Eine Genehmigung von der Bundesnetzagentur oder vom öffentlichen Netzbetreiber benötigen Sie jedoch nicht. Sie müssen bei der Installation und Inbetriebnahme des Balkonkraftwerks die Anforderungen des Baurechts beachten und eventuell verschiedene Genehmigungen einholen. Steht Ihr Haus unter Denkmal- oder Ensembleschutz, benötigen Sie die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde.

Wohnen Sie zur Miete und möchten Sie ein Balkonkraftwerk auf dem Balkon oder an der Fassade installieren, müssen Sie die Genehmigung des Vermieters einholen. Eine Genehmigung der Eigentümergemeinschaft ist erforderlich, wenn die äußere Optik des Gebäudes kein Mietobjekt ist, sondern zum Gemeinschaftseigentum der Eigentümergemeinschaft gehört.

Ist ein Zweirichtungszähler auf dem zentralen Zählerplatz vorhanden, wird die Anlage an eine vorhandene Energiesteckdose angeschlossen und beträgt die Leistung der Anlage nicht mehr als 600 Watt, können Sie die Installation und Inbetriebnahme selbst vornehmen. Sie benötigen dann nicht die Unterschrift des Anlagenerrichters auf dem Inbetriebsetzungsprotokoll.

Balkonkraftwerk im Garten
Ein selbstgebautes Solarkraftwerk im Garten

Anmeldung beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur

Ob Sie für Ihr Balkonkraftwerk eine Anmeldung beim Netzbetreiber vornehmen müssen, hängt von Ihrem Netzbetreiber ab. Auch wenn Sie den Strom selbst verbrauchen, verlangen einige Netzbetreiber eine Anmeldung wie bei Anlagen, die den Strom ins Netz einspeisen.

Bei anderen Netzbetreibern wie

  • Energiedienst
  • Stromnetz Hamburg
  • Stromnetz Berlin
  • Stadtwerke Bonn
  • Netze BW
  • Bayernwerk Netz

reicht ein vereinfachtes Anmeldeverfahren aus.

Auch wenn Sie mit dem Balkonkraftwerk keinen Strom in ein öffentliches Netz einspeisen, ist es eine Anlage nach dem EEG. Sie müssen Ihre Anlage also bei der Bundesnetzagentur anmelden und im Marktstammdatenregister erfassen lassen.

Kostenentwicklung der Solarmodule

Bei den Solarmodulen sind die Kosten im Laufe der Zeit stark nach unten gegangen, was auch für  das Balkonkraftwerk gilt. Die Kosten pro Kilowattstunde für Photovoltaik-Module lagen 2006 noch bei fast 3.500 Euro. Wie stark die Kosten sinken, zeigt der Vergleich zehn Jahre später, 2016, als die Kosten pro Kilowattstunde nur noch bei weniger als 700 Euro lagen.

Zur Kostenentwicklung für Solarmodule hat das Fraunhofer-Institut eine Studie durchgeführt. Für eine Dach-Solaranlage mit einer Nennleistung von 10 bis 100 Kilowatt lag der Kostenanteil der Module 2006 noch bei 71 Prozent. Im Jahr 2016 ist er auf 47 Prozent gesunken.

Die Solaranlagen werden immer leistungsstärker, so auch das Balkonkraftwerk. Das Fraunhofer-Institut geht daher angesichts der rasanten technischen Entwicklung von einer durchschnittlichen Kostensenkung von 13 Prozent pro Jahr aus.

In Deutschland liegen die Preise für Solarzellen-Module 10 bis 20 Prozent höher als auf dem Weltmarkt. Um Kosten zu sparen, ist der Kauf von Modulen für die Mini Solaranlage im Onlineshop häufig eine Alternative. Die Produkte von ausländischen Herstellern, die dort erhältlich sind, bieten oft eine erhebliche Kosteneinsparung.

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Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Der Eigenverbrauch von Strom aus der Photovoltaikanlage ist deutlich lukrativer als die immer niedriger ausfallende Einspeisevergütung. Mit jedem Monat der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage fällt die Einspeisevergütung pro Kilowattstunde geringer aus. Deutlich höher ist hingegen der Preis pro Kilowattstunde beim öffentlichen Stromversorger.

Daher können Sie mehr Stromkosten sparen, wenn Sie den Strom aus der Photovoltaikanlage selbst nutzen, als Sie Geld mit der Einspeisevergütung erhalten könnten. Das macht die Installation eines Balkonkraftwerks interessant. Da Sie den Strom aus dem Balkonkraftwerk direkt selbst verbrauchen, können Sie den Strom nicht ins öffentliche Netz einspeisen und daher auch keine Einspeisevergütung bekommen.

Die Nennleistung von 10 Kilowattstunden wird als Bagatellgrenze bezeichnet. Bis zu dieser Nennleistung können Sie Strom mit dem Balkonkraftwerk selbst produzieren und nutzen, ohne dass eine Besteuerung der EEG-Umlage erfolgt. Da Sie Stromkosten sparen, kann sich die Mini Solaranlage bereits nach wenigen Jahren amortisieren. Liegt die Nennleistung bei mehr als 10 Kilowatt, wird der Eigenverbrauch bereits mit einer EEG-Umlage besteuert.

Die Einspeisung von Strom aus dem Balkonkraftwerk in ein öffentliches Netz ist nicht üblich, aber möglich. Der Eigenstrom kann ins Netz eingespeist werden. Installieren Sie jetzt ein Balkonkraftwerk und speisen Sie den Strom in ein öffentliches Netz ein, lohnt sich das kaum noch, denn die Einspeisevergütung pro Kilowattstunde liegt deutlich unter dem Strompreis pro Kilowattstunde beim öffentlichen Stromanbieter.

Gewinn und Kostenberechnung bei Eigenverbrauch

Möchten Sie den Strom aus dem Balkonkraftwerke in Ihrem eigenen Haushalt nutzen, brauchen Sie eine Rücklaufsperre oder einen Mikrowechselrichter, der auch als Modulwechselrichter bezeichnet wird. Mithilfe eines Stromzählers passt dieser Wechselrichter die Leistung an den aktuellen eigenen Stromverbrauch an. Die Einspeisung des Eigenstroms in das Hausstromnetz wird dabei verhindert.

Da Sie die Inbetriebnahme der Anlage beim öffentlichen Netzbetreiber melden, kann der Netzbetreiber einen Zählertausch vornehmen und einen Zähler mit Rücklaufsperre einbauen. Die Rücklaufsperre verhindert eine Verfälschung der aus dem öffentlichen Netz bezogenen Strommenge.

Ein Vorteil bei der Nutzung des Stroms aus dem Balkonkraftwerke mit einer Nennleistung bis 10 Kilowatt im eigenen Haushalt liegt in der Steuerbefreiung von der EEG-Umlage.
Sie müssen nur an die Installations- und Wartungskosten denken. Da die Wartungskosten nur gering sind und die Module eine lange Lebensdauer haben, zahlen sich die Installationskosten für das Balkonkraftwerk schon bald aus.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Strompreis pro Kilowattstunde bei 0,30 Euro (Beispielrechnung). Pro Jahr können Sie mit 2.000 Sonnenstunden rechnen. Die Mini Solaranlage kann dabei ihre volle Leistung von 10 Kilowattstunden entfalten. Bei 20.000 Kilowattstunden zum Preis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde macht das 6.000 Euro aus. Die Solaranlage produziert auch bei bedecktem Himmel noch Strom, doch liegt die Leistung dann bei weniger als 10 Kilowatt.

Das bedeutet eine hohe Rendite bei der regenerativen Energieerzeugung mit Sonnenlicht. Daher kann sich das Balkonkraftwerk schon nach wenigen Jahren amortisieren. Sie müssen auch zumeist nichts bezahlen, wenn der Netzbetreiber den Zählertausch vornimmt und einen Zähler mit Rücklaufsperre vornimmt, denn der Zähler bleibt meistens Eigentum des Netzbetreibers.

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Sparpotential bei Eigenverbrauch mit dem Balkonkraftwerk

Ein Balkonkraftwerk hat bereits ein enormes Sparpotential, wenn es um Stromkosten geht. Als Betreiber eines solchen Balkonkraftwerks tragen Sie zum Umweltschutz bei, da keine Verbrennung erfolgt und kein schädliches Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird. Sie sparen Stromkosten, da Sie weniger Strom von einem öffentlichen Stromversorger beziehen müssen.

Künftig ist mit einer weiteren Steigerung der Strompreise zu rechnen, sodass das Sparpotential bei Eigenverbrauch noch größer wird. Bereits mit einer Anlage, die im Jahr nur 2.000 Kilowattstunden Strom erzeugt, ergibt sich beim Eigenverbrauch eine jährliche Einsparung von ungefähr 600 Euro Stromkosten.

Förderung für Balkonkraftwerke

Das Balkonkraftwerk ist eine EEG Anlage. Sie wird jedoch nicht über das EEG gefördert, da Sie keinen Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Da es sich nur um eine kleine Anlage handelt, können Sie nicht mit einer Förderung über die KfW in Form eines zinsgünstigen Darlehens rechnen. Allerdings kann eine Förderung über die Kommune erfolgen.

Die Förderprogramme der Kommunen gelten meistens zeitlich begrenzt. Einige Kommunen gewähren einen pauschalen Zuschuss. Die Stadt Freiburg hat das Programm „Klimafreundlich Wohnen“ aufgelegt, das seit dem 2. September 2019 gilt. Für Balkonkraftwerke mit Wieland Stecker wird ein pauschaler Zuschuss von 200 Euro gewährt.

Einen Antrag können Sie in Freiburg und auch in verschiedenen anderen Städten wie Herrsching, Hamm, Hockenheim, Essen, Wiesbaden, Kornwestheim oder Verl unbürokratisch stellen. Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben eine Förderung angekündigt.

Bis 2050 möchte die Bundesrepublik Deutschland den Anteil erneuerbarer Energien auf ungefähr 80 Prozent des gesamten Energiebedarfs erweitern. Um die Installation in Photovoltaikanlagen, darunter auch das Balkonkraftwerk, attraktiver zu gestalten, können künftig neue Förderprogramme aufgelegt werden.

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Vorteile des Balkonkraftwerks

Installieren Sie ein Balkonkraftwerk, werden Sie unabhängiger vom öffentlichen Stromanbieter und sparen Stromkosten. Das ist jedoch nicht der einzige Vorteil. Sie reduzieren die Umweltbelastung durch die Verwendung fossiler Brennstoffe und tragen aktiv zum Klimaschutz sowie zur Energiewende bei.

Sie wirken der Stromgewinnung mit Atomenergie und der Entstehung von Atommüll entgegen. Bei immer mehr Anbietern können Sie ein Balkonkraftwerk erhalten. Eine solche Anlage lässt sich leicht installieren und in Betrieb nehmen. Sie benötigen keine Genehmigung, wenn Sie die Anlage auf Ihrem eigenen Garagendach installieren und Sie nicht in einem denkmalgeschützten Gebäude wohnen.

Sogar für Mieter kann eine solche Anlage sinnvoll sein, wenn sie mit Genehmigung des Vermieters auf dem Balkon installiert wird. Sie macht sich schnell bezahlt und spart Stromkosten.

Balkonkraftwerke Test und Vergleich

Fazit

Die Idee hinter der Erfindung eines Balkonkraftwerkes, ist etwas, das sich die meisten Menschen wünschen, nämlich Unabhängigkeit von großen Konzernen und eine Kostenreduktion. Die Umsetzung ist technisch raffiniert und die Entwicklung wird stetig vorangetrieben. Des Weiteren ist der Umweltaspekt, saubere Energie zu beziehen, nicht zu vernachlässigen. Wer sich ein Balkonkraftwerk kaufen möchte, sollte die Angebote genau prüfen.

Ein Gedanke zu „Balkonkraftwerk Komplettguide 2022 mit 600W, Strafe, anmelden, Test

  • Einspeisen? Nie und nimmer. Den Aufwand spare ich mir. Lieber versaue ich weiter die Umwelt.

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