Wallbox – Das sollten Sie unbedingt wissen

Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Umweltbelastung gewinnen erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge immer mehr an Bedeutung. Möchten Sie völlig unabhängig von den Ladesäulen in der Stadt sein und Ihr Elektro- oder Hybridfahrzeug aufladen, wenn Sie zu Hause sind, können Sie eine Wallbox installieren lassen. Sie leisten damit einen Beitrag zur Energiewende.

Was ist eine Wallbox?

Eine Wallbox ist eine Wandladestation zum Aufladen von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen. Sie kann an der Wand in der Garage oder im Carport angebracht werden, um das Elektroauto mit dem Stromnetz zu verbinden. Viele Wallboxen sind sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich geeignet.

Die Wandladestation gewährleistet einen sicheren Ladevorgang und kann das Elektrofahrzeug je nach Ladeleistung um ein Vielfaches schneller aufladen als eine haushaltsübliche Steckdose. Um die erforderliche Sicherheit zu gewährleisten, verfügt die Wandladestation über die entsprechende Schutzeinrichtung.

Je nach Ausführung sind die Wallboxen mit einem oder zwei Ladepunkten zum Aufladen von Elektrofahrzeugen ausgestattet. Sind zwei Ladepunkte vorhanden, können zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig aufgeladen werden.

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Wie ist eine Wallbox aufgebaut?

Es gibt verschiedene Wallboxen, die sich je nach Hersteller und Ausführung in ihrem Aufbau unterscheiden. Die meisten Wallboxen enthalten jedoch folgende Elemente:

  • Aufhängevorrichtung zum Aufhängen an der Wand. Zusätzlich können Sie einen Standfuß als Zubehör kaufen, wenn das Anbringen an der Wand nicht möglich ist.
  • Gehäuse, indem sich das Herzstück der Wandladestation befindet und das häufig in wetterfester Ausführung verfügbar ist
  • ein oder zwei Kabel, je nach Zahl der Ladepunkte. Bei einigen Wallboxen ist jedoch nur eine Steckdose vorhanden, sodass Sie noch ein Ladekabel benötigen.
  • Electric Vehicle Charge Controller als Einheit zur Überwachung und Steuerung des Aufladevorgangs
  • Leitungsschutzschalter zum Schutz des Ladekabels vor Überlastung
  • Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) zum Schutz von Leitungen, Wandladestation und Elektrofahrzeug vor gefährlichen Fehlerströmen. Zumeist ist dieser Schutzschalter in der Wandladestation integriert. Er kann aber auch zusätzlich installiert werden, was zu zusätzlichen Installationskosten führt.
  • Stecker oder Steckdose muss auf das Elektrofahrzeug abgestimmt sein. Beim Stecker handelt es sich zumeist um einen Typ-2-Stecker. Ist das Elektroauto nicht auf den vorhandenen Steckertyp ausgelegt, können Sie bei vielen Wallboxen einen Adapter verwenden.
  • Eine Halterung für Kabel oder Stecker ist bei vielen Wallboxen vorhanden. Sie sorgt für Ordnung und schützt den Stecker vor Verschmutzungen sowie Nässe. Halterungen sind auch als Zubehör verfügbar.

Wie funktioniert das Laden mit der Wallbox?

Elektroautos werden über die Wallbox mit Wechselstrom (AC) aufgeladen. Dazu wird das Ladekabel mit dem Stecker an das Elektroauto oder Plug-in-Hybridfahrzeug angeschlossen. Das Aufladen wird über den Electric Vehicle Charge Controller der Wandladestation überwacht und gesteuert.

Der Strom wird erst dann freigeschaltet, wenn die Verbindung der Ladestation zum Auto hergestellt ist. Die Ladeleistung wird geregelt. Bei vielen Wallboxen wird der Ladestatus angezeigt, sodass Sie den Stecker ziehen können, wenn das Fahrzeug vollständig aufgeladen ist.

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Wie installiert man eine Wallbox?

Es ist nicht zulässig, eine Wallbox selbst zu installieren. Fehler bei der Installation könnten zu Unfällen oder Schäden an der Wandladestation sowie am Elektrofahrzeug führen. Sie verlieren Ihren Garantieanspruch, wenn Sie die Installation selbst vornehmen.

Bei Schäden durch die selbst vorgenommene Installation übernimmt der Hersteller keine Haftung. Die Installation muss immer durch einen Fachbetrieb oder einen dafür ausgebildeten Elektroinstallateur erfolgen. Der Elektroinstallateur übernimmt die Haftung für den Einbau und nimmt die Anmeldung der Wandladestation beim Netzbetreiber vor.

Alles Wichtige zur Wallbox Installation finden Sie hier.

Welche Förderungen gibt es für eine Wallbox?

Für die Wandladestation können Sie eine Förderung von der KfW aus dem bundesweiten Förderprogramm 440 erhalten. Pro Ladepunkt wird ein Zuschuss bis zu 900 Euro gewährt. Nur bestimmte Modelle werden gefördert. Damit Sie diese Förderung erhalten können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Darüber hinaus kann auch eine Förderung durch das jeweilige Bundesland oder die Kommune erfolgen. Die Förderung unterscheidet sich in Art, Höhe und Voraussetzungen je nach Bundesland oder Kommune. Nicht alle Bundesländer gewähren eine Förderung.

Mit welcher Wallbox Förderung können Sie rechnen? Alle Antworten finden Sie hier.

Was kostet eine Wallbox?

Die Kosten für eine Wallbox sind abhängig von der Zahl der Ladepunkte, der Ladeleistung und der Ausstattung. Je nach Hersteller und Modell müssen Sie mit Kosten von 500 bis 2.000 Euro für die Wandladestation ohne Installation rechnen. Sie sollten beim Kauf nicht nur auf niedrige Anschaffungskosten, sondern auch darauf achten, dass die Ladestation zu Ihrem Elektroauto passt.

Kaufen Sie eine umfangreich ausgestattete Ladestation, erleichtern Sie sich das Aufladen und sparen Kosten für Zubehör. Zusätzlich zu den Kosten für die Anschaffung der Ladestation müssen Sie die Kosten für die Installation kalkulieren, die von der Wandladestation und von den Gegebenheiten vor Ort abhängig sind.

Alles Wichtige zu den Wallbox Kosten für Anschaffung und Folgekosten finden Sie hier.

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Wallbox mit 11 oder 22 kW?

Eine Ladeleistung von 11 kW ist am gängigsten und eignet sich für die meisten Elektrofahrzeuge. Für den Einsatz zu Hause reicht eine Ladeleistung von 11 kW zumeist völlig aus. Eine Wandladestation mit einer Ladeleistung von 11 kW bietet einige Vorteile:

  • Förderung von der KfW kann gewährt werden
  • Wallbox mit 11 kW ist nicht genehmigungspflichtig
  • günstigerer Preis
  • mehr Flexibilität, da die Ladeleistung auf 7,4 und 3,7 kW reduziert werden kann

Bei einer Ladeleistung von 11 kW dauert das Aufladen des Elektrofahrzeugs ungefähr fünf Stunden. Die Ladedauer könnte sich bei einer Ladeleistung von 22 kW zwar halbieren, doch ist diese Zeitverkürzung für den Hausgebrauch nicht relevant. Der Akku Ihres Elektrofahrzeugs wird durch das Zeit Intensivere Laden mit 11 kW geschont. Die Lebensdauer des Akkus kann also bei einer langsameren Aufladung verlängert werden. Der kostenintensive Austausch des Akkus wird bei einer Wallbox mit Ladeleistung von 11 kW nach hinten verschoben.

Einige Elektrofahrzeuge ermöglichen nur eine Aufladung mit 7,4 oder 3,7 kW. Hat die Wandladestation eine Ladeleistung von 11 kW, kann sie auf eine geringere Ladeleistung angepasst werden. Bei einer Ladeleistung von mehr als 11 kW ist eine Genehmigung erforderlich. Eine Wallbox mit 11 kW muss lediglich dem Netzbetreiber gemeldet werden.

Eine Förderung über die KfW ist bei einer Ladeleistung von 22 kW nicht möglich. Wallboxen mit einer Ladeleistung von 22 kW sind in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen geeignet, wenn E-Transporter oder Elektrofahrzeuge als Dienstwagen schnell wieder einsatzbereit sein müssen.

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Welche Voraussetzungen gibt es?

Möchten Sie eine Wallbox kaufen und installieren lassen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Ein Fehlerstromschutzschalter muss vorhanden sein. Er ist mitunter bereits Bestandteil der Wandladestation oder kann zusätzlich installiert werden.

Er verhindert, dass Rückstrom in das Stromnetz gelangt. Die Ladeleistung der Wallbox sollte mit dem Hausanschlusswert übereinstimmen. Geeignet ist eine Ladeleistung von 11 kW. Der hauseigene Sicherungskasten sollte genügend Platz für den Sicherungsautomaten bieten.

Eventuell muss auch noch Platz für den Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) vorhanden sein.

Sind Sie der Hauseigentümer, ist der Einbau einer Wandladestation kein Problem. Wohnen Sie zur Miete, müssen Sie erst den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Wallbox mit Stromzähler

Mit einer Wallbox mit Stromzähler behalten Sie den Überblick über Ihren Verbrauch. Bei den Ladestationen mit Stromzähler handelt es sich um intelligente Wallboxen, die eine Ladestatistik bereitstellen. Kilowattstunden genau können Sie den Verbrauch des Stroms zum Laden Ihres Elektroautos abrechnen.

Ein Stromzähler ist sinnvoll, wenn mehrere Elektroautos aufgeladen werden, da die Ladestation beispielsweise in einem Mehrfamilienhaus genutzt wird oder auch andere Personen bei Ihnen ihre Elektrofahrzeuge aufladen. Auch dann, wenn Sie einen Dienstwagen nutzen und zu Hause aufladen, ist ein Stromzähler sinnvoll. Den Verbrauch rechnen Sie bei Ihrem Arbeitgeber ab.
Für die Wallbox können Sie verschiedene Arten von Stromzählern nutzen:

  • mess- und eichrechtskonforme Energiezähler, um sicherzustellen, dass der tatsächliche Verbrauch auch wirklich abgerechnet wird
  • MID-zertifizierte Energiezähler (Measuring Instruments Directive), für die bei der Erfüllung bestimmter Anforderungen keine Ersteichung erforderlich ist
  • separate Stromzähler, die zusätzlich angeschafft und installiert werden müssen und mit denen Sie den zum Laden verbrauchten Strom getrennt vom Hausverbrauch messen können.

Nicht geeignet sind einfache Energiezähler, wenn mehrere Personen die Ladestation nutzen oder wenn Sie eine Abrechnung beim Arbeitgeber vorlegen müssen.

Welchen Anschluss braucht eine Wallbox?

Für die Wandladestation benötigen Sie einen Starkstromanschluss, bei dem es sich um Dreiphasen-Wechselstrom mit 400 Volt handelt. Es ist auch möglich, eine Wallbox mit 230 Volt zu betreiben. Es muss sich dann aber um eine einphasige Wandladestation mit 10 bis maximal 20 Ampere handeln. Sie ermöglicht jedoch nur eine maximale Ladeleistung von 7,4 kW und verlängert die Ladedauer.

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Ist eine Wallbox genehmigungspflichtig?

Eine Wandladestation mit einer Ladeleistung bis zu 11 kW ist nicht genehmigungspflichtig, doch muss sie beim Netzbetreiber angemeldet werden. Die Anmeldung beim Netzbetreiber erledigt in der Regel der Elektroinstallateur für Sie. Bereits vor der Installation müssen Sie dem Netzbetreiber den Anschluss mitteilen. Das dient der Netzstabilität, damit der Netzbetreiber die Belastungen besser einordnen kann, eine Überlastung des Netzes vermieden wird und eine stabile Versorgung gewährleistet ist.

Liegt die Ladeleistung höher als 11 kW, ist die Wandladestation genehmigungspflichtig. Genehmigungspflicht besteht also bereits ab einer Ladeleistung von 12 kW. Sie müssen einen Antrag beim Netzbetreiber stellen. Der Netzbetreiber prüft, ob Hausanschluss und Stromverteilernetz für die Ladestation mit der entsprechenden Leistung geeignet sind. Abhängig vom Stromnetzbetreiber kann dieser Prozess mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Kann man eine Wallbox an eine normale Steckdose anschließen?

Es ist zwar möglich, die Wallbox an eine Haushaltssteckdose anzuschließen, doch ist das nicht sinnvoll. Lediglich einphasige Wandladestationen mit 10 bis 20 Ampere können an eine Steckdose mit 230 Volt angeschlossen werden. Besser geeignet ist ein Starkstromanschluss mit 400 Volt. Der Elektroinstallateur nimmt die Installation der Wandladestation vor.

Welche Vorteile hat eine Wallbox?

Die Wandladestation bietet Ihnen eine Reihe von Vorteilen:

  • mehr Sicherheit als eine Haushaltssteckdose
  • deutlich schnellere Ladedauer als an einer Haushaltssteckdose
  • Unabhängigkeit von den Ladesäulen in der Stadt
  • maximaler Bedienkomfort
  • umweltschonendes Laden von Elektroautos möglich
  • Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Energiewende
  • Förderung über KfW, Bundesland oder Kommune möglich
  • Sie bestimmen selbst, wann Sie Ihr Auto aufladen möchten
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Was ist beim Kauf einer Wallbox zu beachten?

Bevor Sie eine Wallbox kaufen, sollten Sie sich vergewissern, welcher Stecker für Ihr Elektrofahrzeug erforderlich ist. Die Wallboxen sind mit unterschiedlichen Steckern verfügbar. Die maximale Ladeleistung muss nicht mehr als 11 kW betragen. Sie sollte sich an die für Ihr Fahrzeug erforderliche Ladeleistung anpassen.

Möchten Sie die Wandladestation draußen verwenden, sollten Sie darauf achten, dass sie nach IP54 gegen Spritzwasser oder besser noch nach IP66 gegen Strahlwasser geschützt ist. Ein Fehlerstrom-Schutzschalter sollte integriert sein. Praktisch ist die Wallbox, wenn sie mit einem Kabel mit Stecker sowie einer Halterung für Kabel und Stecker ausgestattet ist. Möchten Sie die Wandladestation vor unberechtigtem Zugriff schützen, sollte sie über einen Schlüsselschalter oder einen RFID Kartenleser verfügen.

Um den Ladevorgang zu kontrollieren, sollte eine Anzeige über den Ladestatus vorhanden sein. Intelligente Wallboxen sind internetfähig und ermöglichen ein gesteuertes Laden. Sie sind kompatibel für Smart Home und können in das Smart Home System integriert werden.

Möchten Sie nicht nur Ihr Elektrofahrzeug aufladen, sondern auch Strom aus Ihrem Elektroauto zurück in Ihr Haus speisen, können Sie eine Wallbox für bidirektionales Laden verwenden. Das ist dann sinnvoll, wenn Sie die Wallbox mit Strom aus der Photovoltaikanlage speisen und Ihre Photovoltaikanlage gerade nicht genügend Strom produziert.

Kann die Wallbox mit der Photovoltaikanlage kombiniert werden?

Haben Sie eine Photovoltaikanlage und möchten Sie den Strom aus der Photovoltaikanlage zum Laden Ihres Elektrofahrzeugs nutzen, ist das möglich. Sie sollten eine Wallbox kaufen, die mit einer Photovoltaikanlage kombinierbar ist. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie über einen Stromspeicher oder ein Solarcarport oder Solar Terrassendach verfügen.