Mini Solaranlagen – die Energiewende für jedermann

Als Mini Solaranlage werden kleine Photovoltaikanlagen bezeichnet, die ihren Strom über eine Steckdose direkt ins Hausnetz einspeisen. Lange waren diese Anlagen in Deutschland verboten. Erst die Überarbeitung der Norm VDE 0100-551 im Jahr 2017 hat zu einer Lockerung der Gesetzgebung geführt.




 

Die Mini Solaranlage ist heute sicher

Wenn Sie weiter zum Thema Mini Solaranlage recherchieren, sollten Sie am besten gleich bei den Sucheinstellungen alle Quellen vor dem Jahr 2017 ausschließen. Lange tobte ein heftiger Streit um die Mini Solaranlage, deren Befürworter das damalige Verbot dieser Anlagen als Zugeständnis der Politik an die Lobby der Stromkonzerne bezeichneten. Ganz so einfach ist die Lage aber nicht, weil eine Mini Solaranlage eine Stromquelle darstellt, die auch nach Abschaltung des Hauptanschlusses Strom ins Hausnetz einspeist. Dies wäre insbesondere in Fall einer Überschwemmung extrem gefährlich, wenn einige Steckdosen unter Wasser stehen. Heute erfüllt die Mini Solaranlage aufgrund einer integrierten Notfallabschaltung aber alle Sicherheitsanforderungen, weswegen viele ältere Informationen nicht mehr aktuell sind.

 

Wie funktioniert eine Mini-Solaranlage?

Die Solarzellen der Module wandeln das Licht der Sonne in Gleichstrom um. Es ist ein Konverter notwendig der den Gleichstrom zu Wechselstrom umwandelt, damit der Strom kompatibel ist. Der Wirkungsgrad ist abhängig von der Sonnenbestrahlung und dem Material von der Balkon-, Mini- Solaranlage. Die Anlage kann zum Nutzen direkt in die Steckdose eingesteckt werden. Eine andere Version der Nutzung ist über einen Parallel-Stromkreis. Hierbei nutzen Sie eigene Steckdosen.

 


 

Welche Komponenten benötig man für eine Balkon- Mini-Solaranlage und was kosten diese?

Hier haben sich mono-, bzw polykristalline Photovoltaik Module (190-260 Watt) bewährt. Diese sind bereits einzeln für je 100-200 € zu bekommen. Ein Modulwechselrichter kostet ca. 100-200 €. Bei der Montage kommt es auf die Gegebenheiten vor Ort an. Bei einer Aufstellung auf der Garage eignen sich hervorragend Plastikwannen oder ein Alu-Montagesystem. Bei der Anbringung an einem Balkon gibt es hier sichere Haltesysteme. Wichtig ist hierbei, dass auch bei einer hoher Beanspruchung (Witterung) die Montagesysteme sicher verankert oder angebracht wurden. Ein Plug-in Stecker gibt schon für 20 €. Komplettsystem sind bereits ab 300 € zu bekommen. Um die Leistung der Mini-Solaranlage zu überwachen, eignen sich entsprechende Datenlogger, die im Modulwechselrichter bereits integriert sind. Gegen Aufpreis kann somit die Leistung via Smartphone-App überwacht werden.

 

Ist eine spezielle Steckdose erforderlich?

Das hängt von der Anlage ab. Typischerweise weist eine Mini Solaranlage eine Leistung zwischen 150 und 600 Watt auf. Für leistungsstärkere Modelle ist eine spezielle Steckdose erforderlich, die mit der maximalen Anschlussleistung gekennzeichnet ist. Allerdings kann ein Hersteller Modelle mit begrenzter Leistung anbieten, die für den Anschluss an normale Steckdosen ausdrücklich freigegeben werden. An dieser Stelle darf auch der Hinweis nicht fehlen, dass der Anschluss der Anlage – insbesondere bei höherer Leistung – in jedem Fall eine einwandfreie und fachmännische Elektroinstallation im Gebäude voraussetzt. Theoretisch muss jedes Wohngebäude über eine solche Installation verfügen, aber in manchen Altbauten weichen Theorie und Praxis diesbezüglich doch voneinander ab. Wo schon die Sicherungen herausfliegen, wenn Staubsauger, Waschmaschine und Herd gleichzeitig laufen, ist kein guter Ort für eine Mini Solaranlage.

 

Apropos Stecker…

Die kleinen Solaranlagen sind in anderen Ländern schon länger zulässig, weswegen es zahlreiche spezialisierte Anbieter im Ausland gibt. Einige davon drücken sich recht geschickt darum, sich um die Zulassungsbedingungen zu kümmern. Diese Hersteller liefern die Anlagen ohne Stecker aus. Der Kunde muss sich selbst einen Stecker besorgen und diesen an die offenen Kabelenden anschließen. Allzu schwierig ist das zwar nicht, aber die Verantwortung für die elektrische Sicherheit und die Zulässigkeit der Anlage geht damit auf den Kunden über. Sie sollten sich daher in jedem Fall für ein direkt anschlussfähiges plug-and-play Modell mit montiertem Stecker entscheiden.

 

Was ist der optimaler Standort einer Mini-Solaranlage?

Ist Ihr Balkon nach Süden ausgerichtet, sind dies optimale Bedingungen für die Balkon-, Mini-Solaranlage. Auch Westen und Osten sind in Ordnung. Ist der Balkon nach Norden ausgerichtet bedeutet dies sehr wenig Sonnenstunden im Jahr..

 

Keine Stromeinspeisung ins Netz

Wenn Sie bereits einen digitalen Stromzähler nutzen, können Sie diesen Abschnitt überspringen. Bei analogen Stromzählern (das sind die mit dem sich drehenden Rädchen) besteht das Problem darin, dass sich eben dieses Rädchen rückwärts dreht, wenn Ihre Mini Solaranlage mehr Strom erzeugt als Sie aktuell verbrauchen. Aus technischer Sicht ist dies angesichts der geringen Strommengen kein Problem. Denn das einzige Problem, das eine solche für den Netzbetreiber nicht kontrollierbare Stromeinspeisung ins öffentliche Stromnetz verursachen könnte, wäre eine Destabilisierung des Netzes. Dafür ist Leistung aber zu klein. Für Anlagen mit einer Nennleistung von maximal 150 Watt wurde 2016 sogar schon offiziell von der Clearingstelle EEG festgestellt, dass keine schädlichen Rückwirkungen auf das Netz zu befürchten sind. Das Problem des rückwärts zählenden Stromzählers besteht vielmehr darin, dass Sie dadurch für jede eingespeiste Kilowattstunde Ihren Bezugspreis für Strom erstattet bekämen. Das wäre deutlich mehr als die Einspeisevergütung (derzeit 12,2 Cent pro Kilowattstunde) und ist daher nicht zulässig. Ein digitaler Stromzähler zählt nicht rückwärts, womit das Problem gelöst ist. Falls Sie noch einen analogen Stromzähler nutzen, können Sie den Austausch beim Messstellenbetreiber beantragen. Meist ist der Messstellenbetreiber identisch mit dem Netzbetreiber. Dabei können Kosten von etwa 40 Euro anfallen, manche Betreiber nehmen den Austausch aber auch kostenlos vor.

 

Mieter benötigen die Zustimmung des Vermieters

Als Mieter benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters, wenn Sie eine Mini Solaranlage fest installieren möchten. Der Vermieter ist allerdings nicht verpflichtet, die Genehmigung zu erteilen. Stattdessen kann er die Zustimmung zum Beispiel unter Hinweis auf die einheitliche Optik des Gebäudes verweigern. Zu bedenken ist auch, dass Solarmodule an der Rückseite heiß werden. Je nach Art der geplanten Montage können also auch Brandschutzerwägungen oder befürchtete Schäden an der Fassade gegen eine Montage sprechen. Ähnliches gilt übrigens auch für Besitzer einer Eigentumswohnung, die im Regelfall die Zustimmung der Eigentümerversammlung benötigen.

 

Vorteile für den Vermieter

Nicht nur der Mieter auch der Vermieter kann profitieren. Wie das geht, durch Teil Generatoren. Diese in Verbindung mit getrennten Zählern ermöglichen eine genaue Abrechnung. Die Installation ist nicht abhängig vom Balkon. Sie kann auch auf dem Dach stattfinden mit schwenkbaren Solarzellen. Vom Gesetzgeber wird das als Sanierungsarbeit zugunsten der Umwelt gesehen. Es ist somit steuerlich verwertbar. Es wird auch keine EEG Umlage fällig oder ein lästiges Gründen einer Gesellschaft. Grund dafür ist, dass keine Einnahmen generiert werden. Für den Mieter wird der verbrauchte Strom wie die Heizkosten auf die Miete als Nebenkosten umgelegt. Nur mit einem entschiedenen Unterschied. Der Strom kann mit 6 Cent anstatt 29 Cent angeboten werden.

 

Ein neues Konzept entsteht für die Balkon-, Mini-Solaranlage

Jetzt reden wir von der Planung von neuen Mieteinheiten. Ein Integrieren von Photovoltaik Modulen im Neubau führt zur Mietminderung. Dabei ist es, wichtig die Solaranlage auf die Wohneinheiten abzustimmen. Ein extra paralleler Stromkreis mit dem Ökostrom wird geschaffen. Der verbrauchte Strom wird von der Miete abgezogen. Das Abziehen vom Strom muss einen gesonderten Stromkreis haben, da die Stromzähler der Anbieter nicht zurückgedreht werden können. Dieses Modell kann als Mietpreisbremse gesehen werden, da der Mietpreis einer Wohnung günstiger wird.

 

Die Wartung von der Mini-Solaranlage

Ist die Balkon-, Mini-Solaranlage einmal funktionstüchtig installiert ist eine Wartung nur sehr selten nötig. Einmal im Jahr sollten alle Steckverbindungen überprüft werden. Sollten Sie einen Datenlogger haben fällt auch dies flach.





 

Wie viel Strom liefert eine Mini Solaranlagen?

Das hängt von Standort und von der Ausrichtung der Module ab. Wenn das Modul beziehungsweise die Module grob in südliche Richtung ausgerichtet sind, können Sie jährlich mit 70 bis 100 Kilowattstunden pro 100 Watt Nennleistung rechnen.

 

Rechnet sich eine Mini Solaranlage?

Weil die Anlagen recht langlebig sind, lohnt sich die Investition. Als Beispiel sei eine 250-Watt-Anlage mit einem jährlichen Stromertrag von 200 Kilowattstunden angenommen. Bei dieser Leistung kann ein Eigenverbrauch von 100 Prozent unterstellt werden. Bei einem Strombezugspreis von 30 Cent pro Kilowattstunde sparen Sie jährlich 60 Euro. Nach etwa 5-8 Jahren hat sich ein Kaufpreis von rund 300-500 Euro für die Mini Solaranlage daher amortisiert.

 

Fazit

Mit der Lockerung der VDE 0100-551 Norm hat jetzt jeder Balkonbesitzer die Möglichkeit seine Stromkosten zu senken. Voraussetzung ist die passende Ausrichtung des Balkons. Bei immer fallenden Komponenten Preisen ist eine Amortisation schon nach wenigen Jahren möglich. Jeder, der selbst technisch begabt ist, kann beim Einzelkauf der Bestandteile nochmals sparen.

Hi Five!
Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.