Was passiert mit einer Photovoltaikanlage nach 20 Jahren?

Nach 20 Jahren endet für Photovoltaik-Anlagen die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das bedeutet nicht, dass die Anlage dann nicht mehr funktionsfähig ist. Sie können dann noch immer Strom in das öffentliche Netz einspeisen, doch nicht immer ist das sinnvoll. Lohnt sich die Umstellung auf Eigenverbrauch?

Prüfen Sie die Nutzungsmöglichkeiten

Die Lebensdauer für Photovoltaikanlagen wird mit 20 Jahren angegeben, doch kann sie noch deutlich darüber hinausgehen. Die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird ab der Inbetriebnahme 20 Jahre lang gewährt. Für die Ersten in Deutschland in Betrieb genommenen Anlagen ist diese Förderung bereits ausgelaufen. Erhalten Sie für Ihre Photovoltaikanlage keine Förderung mehr, gibt es mehrere Nutzungsmöglichkeiten:

  • Strom weiterhin in das öffentliche Netz einspeisen
  • Selbstvermarktung des Stroms
  • Anlage auf Eigenverbrauch umstellen und Stromspeicher installieren
  • Kombination der Anlage mit einem Warmwasserspeicher.

Bevor Sie überlegen, was Sie mit Ihrer Anlage nach dem Auslaufen der Förderung machen, sollten Sie Ihre Anlage vom Fachbetrieb prüfen lassen. Der Fachmann kann feststellen, ob Ihre Anlage noch sicher und leistungsfähig genug ist. Mitunter kann es lohnen, die alte Anlage durch eine neue zu ersetzen, für die Sie wieder eine Förderung bekommen können.

Weitere Einspeisung vs Selbstvermarktung

Ist Ihre Photovoltaikanlage noch voll funktionsfähig und ist die Förderung ausgelaufen, können Sie weiterhin Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Der Netzbetreiber muss eine Vergütung zahlen, die abhängig vom Börsenpreis des Stroms ist. Pro Kilowattstunde kann diese Vergütung zwischen 2,5 und 4,5 Cent liegen. Davon wird eine Pauschale für die Vermarktung des Solarstroms abgezogen, die aktuell bei 0,4 Cent liegt. Diese Regelung gilt zunächst nur bis Ende 2027.

Die Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz lohnt sich kaum noch. Alternativ dazu können Sie die Selbstvermarktung des Stroms vornehmen. Es gibt inzwischen verschiedene Anbieter, die als Zwischenhändler dienen und den Strom von vielen Anlagen aufkaufen. Dieser Strom wird gebündelt an die Strombörse verkauft. Der Erlös, den Sie dafür bekommen können, ist nicht wesentlich höher als bei der Einspeisung in ein öffentliches Netz.

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Umstellung auf Eigenverbrauch

Die weitere Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz und die Selbstvermarktung sind wenig attraktiv. Sinnvoller kann daher die Umstellung Ihrer Photovoltaikanlage auf Eigenverbrauch sein. Sie sparen Stromkosten, da Sie weniger Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Wie autark Sie tatsächlich werden, hängt von der Leistung der Anlage und dem verwendeten Speicher ab. Hatten Sie zuvor nur den Strom in das öffentliche Netz eingespeist, müssen Sie für den Eigenverbrauch die Photovoltaikanlage im Zählerschrank umklemmen lassen.

Weiterhin müssen Sie die veränderte Nutzung Ihrer Anlage bei der Bundesnetzagentur und beim zuständigen Netzbetreiber melden. Da die Stromspeicher immer günstiger werden, ist die Umstellung auf Eigenverbrauch durch die Aufrüstung mit einem Photovoltaik Speicher eine Überlegung wert. Geeignet ist ein Batteriespeicher, der vom Fachbetrieb umgestellt wird.

Sie sollten jedoch prüfen lassen, ob sich die Installation eines Speichers für Ihre Anlage noch lohnt. Haben Sie ein Elektroauto, können Sie zusätzlich eine Wallbox installieren lassen und Ihr Elektroauto mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage aufladen.

Um den Strom für die Warmwasserbereitung zu nutzen, können Sie Ihre Anlage mit automatischen Heizstäben ergänzen.

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