Reparatur defekter Solarmodule: wann sinnvoll und wann nicht?

Photovoltaik-Module sollen eigentlich 20 Jahre oder länger Strom produzieren. Aus verschiedenen Gründen können jedoch einzelne Module ihren Dienst quittieren. Die Frage stellt sich, ob eine Reparatur möglich oder sinnvoll ist oder ob die Versicherung für den Schaden aufkommt. Es kommt auf die Art des Schadens an, ob die Solarmodule repariert werden können oder ausgetauscht werden müssen.

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Haltbarkeit von Solarmodulen auf dem Dach

Photovoltaik-Module sollen mindestens 20 Jahre lang halten, doch halten sie zumeist noch deutlich länger. Die meisten Hersteller gewähren auf die Photovoltaik-Module nur eine Produktgarantie bis zu 5 Jahren. Zu unterscheiden ist zwischen der Produktgarantie und der Leistungsgarantie. Eine Produktgarantie bezieht sich auf die Haltbarkeit der Photovoltaik-Module.

Nur wenige Hersteller, beispielsweise Sunpower, gewähren eine Produktgarantie von 25 Jahren. Zumeist sind die Module dann auch deutlich teurer als im Durchschnitt. Es ist keine Seltenheit, dass Photovoltaik-Module 30 Jahre oder sogar noch länger halten. Die Leistungsgarantie wird von vielen Herstellern über einen Zeitraum von 25 Jahren gewährt.

Sie bezieht sich auf die Nennleistung der Module, die nach 10 Jahren noch bei 90 Prozent und nach 20 oder 25 Jahren noch bei 80 Prozent liegen sollte. Dabei wird der maximale jährliche Leistungsverlust berücksichtigt. Auch nach 30 oder 35 Jahren kann eine Photovoltaikanlage noch Strom produzieren, doch wird der Ertrag immer weniger.

Schäden können nicht nur an den Modulen, sondern auch am Wechselrichter auftreten. Die Garantie für Wechselrichter ist je nach Hersteller unterschiedlich lang. Innerhalb des Garantiezeitraums ist ein Austausch durch den Fachbetrieb unkompliziert möglich. Zumeist hält der Wechselrichter nicht so lange wie die Photovoltaikanlage. Auch ein Austausch außerhalb der Garantiezeit sollte unbedingt von einem Fachbetrieb erfolgen.

Schäden an Solarzellen: Verschiedene Möglichkeiten

Die Frage, ob Solarmodule kaputtgehen können, ist eindeutig mit Ja zu beantworten. Es gibt zahlreiche innere und äußere Einflüsse, die zu unterschiedlichen Schäden an den Modulen führen können.

Innere Schäden können in einer fehlerhaften Produktion oder einer mangelhaften Auswahl einzelner Komponenten begründet sein. Häufig ist eine Reparatur der Module dann nicht mehr möglich. Solche inneren Schäden sind

  • Delamination, wenn sich die einzelnen Photovoltaik-Schichten voneinander lösen
  • Verfärbung der EVA-Folie, auch als Browning bezeichnet
  • Verfärbung einzelner Solarzellen oder Zellverbinder
  • Verfärbung der Folie auf der Rückseite (Yellowing)
  • Bildung von Hotspots, erkennbar an braunen Flecken
  • Schneckenspuren
  • Schmorstellen auf der Front- oder Rückseite
  • Einschlüsse im Laminat.

Auch wenn es sich um innere Schäden handelt, sind verschiedene dieser Schäden an den Verfärbungen oder Flecken auf den Modulen leicht erkennbar.

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Äußere Einflüsse und mögliche Schäden

Zu Schäden an den Solarmodulen führen auch verschiedene äußere Einflüsse. Es hängt von der Art des Einflusses und von der Größe des Schadens ab, ob eine Reparatur noch möglich ist. Die Solarmodule können durch

geschädigt werden. Zumeist sind die Schäden durch äußere Einflüsse leicht erkennbar. Sie zeigen sich durch Glas- oder Zellbruch, zerkratzte Modulrahmen, aber auch verbogene oder ausgefrorene Modulrahmen bei Schäden durch Kälte.

Mikrorisse können infolge äußerer Einflüsse auftreten, doch sind sie nicht immer sofort erkennbar. Sie machen sich oft erst dann bemerkbar, wenn Feuchtigkeit und Verschmutzungen eindringen. Die Energieerzeugung wird durch die Mikrorisse verringert. Marder Verbiss oder Schäden durch Nagetiere treten zumeist an den Kabeln auf und können zum Totalausfall führen.

Blitz- und Überspannungsschäden treten ziemlich häufig an der Photovoltaikanlage auf. Zumeist lassen sich solche Schäden reparieren. Sie zeigen sich durch defekte Bypass-Dioden oder verschmorte Anschlussdosen.

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Schaden erkennen durch den Fachmann

Nicht alle Schäden an den Solarmodulen lassen sich auf Anhieb mit bloßem Auge erkennen. Kommt es zu Ausfällen oder bemerken Sie Störungen, sollten Sie einen Fachmann konsultieren. Er verfügt über die entsprechende Technik, um die Schäden zu erkennen.

So kann er unter anderem eine Wärmebildkamera verwenden, um Hotspots oder Schäden durch Glasbruch aufzuspüren. Mitunter muss die Solaranlage erst gereinigt werden, um Schäden sichtbar zu machen.

Möglichkeit der Reparatur abhängig von verschiedenen Faktoren

Ob eine Photovoltaikanlage noch repariert werden kann, hängt von der Art und vom Umfang des Schadens ab. Wurden die Module durch Brand komplett zerstört, ist keine Reparatur mehr möglich. Ähnlich sieht es aus, wenn die Module durch tennisballgroße Hagelkörner oder herumfliegende Teile wie Äste beim Sturm stark geschädigt wurden. Auch starke Hitze kann die Module empfindlich schädigen und irreparabel machen.

Häufig sind es nur einzelne Solarzellen, die beschädigt wurden. Ein Austausch der einzelnen Solarzellen ist nicht möglich, doch können die defekten Module ausgetauscht und repariert werden. Kleinere Reparaturen, beispielsweise bei defekten Bypass-Dioden oder zerbissenen Kabeln, können vor Ort erfolgen. Sind größere Reparaturen erforderlich, müssen die entsprechenden Module abgebaut und im Reparaturcenter repariert werden.

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Schäden versicherungstechnisch geltend machen

Ob Sie Schäden an der Photovoltaikanlage versicherungstechnisch geltend machen können, hängt davon ab, welche Versicherung Sie abgeschlossen haben und welche Schäden von der Versicherung abgedeckt werden. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer Allgefahrenversicherung. Sie deckt die häufigsten Schäden ab, darunter Schäden durch Blitzschlag, Überspannung, Sturm oder Feuer.

Schließen Sie eine Elektronikversicherung ab, ist auch der Nutzungsausfall abgesichert. Rüsten Sie eine Photovoltaikanlage nach, kann die Wohngebäudeversicherung diesbezüglich erweitert werden. Eine spezielle Photovoltaikversicherung deckt spezielle Schäden an der Photovoltaikanlage noch präziser ab. Schäden können Sie versicherungstechnisch geltend machen, wenn eine Photovoltaikversicherung vorliegt.

Wann greift welche Garantie?

Prüfen Sie genau, welche Garantien der Hersteller für Ihre Solaranlage gewährt. Die Produktgarantie greift für Schäden an den Solarmodulen. Auch für Wechselrichter kann eine Garantie gewährt werden. Für einzelne Komponenten wie Kabel oder Anschlussdosen kann der Hersteller eine Haltbarkeitsgarantie gewähren, die sich über zwei bis fünf Jahre erstreckt.

Die Leistungsgarantie bezieht sich auf die Nennleistung der Solarmodule. Lässt die Nennleistung durch einen Schaden stark nach, kann für den Schaden die Leistungsgarantie greifen. Achten Sie genau darauf, wie lange die verschiedenen Garantien gewährt werden.

Nach Ablauf der Garantiezeit müssen Sie für die Reparatur selbst aufkommen, wenn Sie keine Photovoltaik-Versicherung abgeschlossen haben und der Schaden nicht mit der Versicherung abgedeckt ist.

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Solarmodule selbst reparieren - besser nicht

Eine Reparatur an der Solaranlage, egal, um welchen Schaden es sich handelt, sollten Sie nicht selbst vornehmen. Auch bei Glasbruch sollten Sie nicht versuchen, die Oberfläche mit Harz oder Silikon zu versiegeln. Unabhängig davon, ob für einen Schaden noch die Garantie greift, gehört eine Reparatur immer in die Hände des Fachmanns, denn er kennt sich mit den verschiedenen Schäden aus und weiß, was zu tun ist.

Bildquelle: Steve Rainwater_Flickr

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