Was ist eine Leistungsgarantie?

Mehr Funktionalität und Haltbarkeit durch die Leistungsgarantie
Bei einer Photovoltaikanlage handelt es sich in der Regel um eine langfristige, entsprechend teure Investition. Neben der allgemeinen Herstellergarantie sowie der gesetzlichen Gewährleistung spielt eine zusätzliche Leistungsgarantie eine zentrale Rolle.

Was genau ist eine Leistungsgarantie eigentlich?

Die Leistungsgarantie ist eine freiwillige Leistung der Hersteller von Solarmodulen. Diese grenzt sich deutlich von der klassischen Produktgarantie ab. Während die Produktgarantie eine Absicherung gegenüber Montage- oder Produktionsfehler darstellt, bezieht sich die Leistungsgarantie auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Module.

Ganz einfach ausgedrückt, versprechen die Hersteller für den entsprechend festgelegten Zeitraum ein Mindestmaß an Leistung. Je nach Hersteller, Modul und Vertragsbedingungen variieren die Möglichkeiten und Vorteile der Leistungsgarantie allerdings deutlich.

Wie lange fällt diese üblicherweise aus?

Die Laufzeit einer Leistungsgarantie fällt in der Regel sehr lang aus, auch wenn selbstverständlich entsprechende Unterschiede bestehen. Eine klassische Herstellergarantie, die rund um Montage- und Materialfilter greift, gilt in der Regel für einen Zeitraum von zwei Jahren, so lange schreibt der Gesetzgeber eine Absicherung der Verbraucher vor.

Die Laufzeiten der Leistungsgarantie gelten nicht selten für mindestens 25 Jahre ab Kaufdatum und ermöglichen zumindest auf den ersten Blick eine umfassende Absicherung der Anwender und bieten viele Vorteile für die langfristige Nutzung einer Photovoltaikanlage. Beachten Sie jedoch, dass die zugesicherte Leistung mit den Jahren immer weiter abnimmt. Sichern die Hersteller bis zu zehn Jahren Nutzungszeit noch immerhin 90 Prozent der Leistung aller Module zu, sind es bei über 20 Jahren schon lediglich noch 80 Prozent.

Auch ein lineares System ist bei vielen Herstellern häufig mit dabei, wenn es um die Garantie der Leistung geht. Die Laufzeiten gestalten sich in einem solchen Fall mit über 30 Jahren sehr umfassend, der jährliche Energieverlust beträgt in diesem Fall 0,5 bis 0,7 Prozent. Erst bei einem Überschreiten dieser Grenze, gerechnet auf die jeweilige Nutzungszeit in Jahren, greift die Garantie.

Worauf gilt es bei der Leistungsgarantie zu achten?

Im Gegensatz zur gesetzlichen Gewährleistung handelt es sich bei der Garantie, die sich auf die Leistungsfähigkeit bezieht, um ein reines Kulanzangebot des Herstellers. Dementsprechend kann dieser die Bedingungen für die Garantie individuell festlegen. Als Kunde lohnt sich deshalb ein genauer Blick in die Bedingungen, um unangenehme Überraschungen im Fall der Fälle zu vermeiden. So greift die Garantie bei einem Defekt oder auch bei einer zunehmenden Verschmutzung der Module nicht.

Auch der Nachweis einer Leistungsminderung fällt alles andere als leicht, sodass der Weg zur Entschädigung häufig lang und schwierig ausfällt. Intransparente Formulierungen und viele Hindernisse sind bereits bei vielen Modulen und Herstellern aufgefallen, sodass die Verbraucherschutzzentrale Nordrhein-Westfalen Abmahnungen aussprach.

Auch rund um die Erstattungen bzw. Entschädigungen in einem nachgewiesenen Fall des Leistungsverlusts sollten Sie genauer hinschauen. In vielen Fällen erhalten Sie von den Herstellern nur den Restwert der Module erstattet. Die Summen fallen in Anbetracht des hohen Alters der Module allerdings häufig überschaubar aus. Dies gilt gerade im Vergleich zu den finanziellen Einbußen wegen einer geringeren Einspeisevergütung.

Viele Hersteller schreiben zusätzlich eine Kostenübernahme für die gesamte Abwicklung vor, also beispielsweise für die Demontage, Leistungsmessungen oder für Gutachten. Auch in diesem Fall erweist sich die Garantie letzten Endes als eher unnütz.