Mint Innovation: Gold aus Elektroschrott recyceln

Elektroschrott kann Gold wert sein, wie das neuseeländische Startup Mint Innovation beweist. Das Unternehmen verwendet Mikroben und kostengünstige Chemikalien, um Edelmetalle aus Elektroschrott zu gewinnen. Mint Innovation verfolgt die Vision, in jeder größeren Stadt überall auf der Welt eine Bioraffinerie zu haben. Für die Rückgewinnung von Edelmetallen aus der städtischen Mine will das Unternehmen eine kostengünstige und nachhaltige Lösung schaffen

Edelmetalle gewinnen statt wegwerfen

Elektronische Geräte wie Smartphones oder Laptops, die weggeworfen werden, sind reichhaltige Quellen von Edelmetallen. Weltweit wurden 2019 rekordverdächtige 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, wie im globalen Elektroschrott-Monitor der Vereinten Nationen für 2020 berichtet wird. Der Wert der Rohstoffe in diesem Elektroschrott lag bei ca. 57 Milliarden US-Dollar.

Den Großteil davon machten Eisen, Kupfer und Gold aus. Nur ein Sechstel dieses Wertes, ungefähr 10 Milliarden US-Dollar, wird auf umweltfreundliche Weise zurückgewonnen. Ein höherer Nutzen für Umwelt und Wirtschaft wäre gegeben, wenn noch mehr von diesem wertvollen Abfall nachhaltig aufgearbeitet und in die Wirtschaft zurückgeführt werden könnte. Das neuseeländische Startup Mint Innovation hat eine kostengünstige Methode entwickelt, wertvolle Metalle aus Elektroschrott mit einem biotechnologischen Prozess zurückzugewinnen.

Edelmetalle aus Elektroschrott

Will Barker, der Chef von Mint Innovation, verfolgt die Vision, dass Gold aus Laptops zu Schmuck oder neuen Geräten verarbeitet werden könnte. Natürlich vorkommende Mikroben und kostengünstige Chemikalien könnten zur Gewinnung von Edelmetallen aus zerkleinertem und pulverisiertem Elektroschrott genutzt werden. In einem Handy befinden sich beispielsweise 15 Prozent Kupfer und andere Komponenten, 10 Prozent andere Metalle und 3 Prozent Eisen.

Bioraffinerie in jeder größeren Stadt

Mint Innovation Chef Barker kann sich eine Bioraffinerie in jeder größeren Stadt weltweit vorstellen. Das Unternehmen hat bereits 20 Millionen Neuseeländische Dollar (14 Millionen US-Dollar) für den Bau der ersten beiden Bioraffinerien im australischen Sydney und in Nordwestengland aufgewendet. Das Werk in Sydney kann jährlich 3.500 Tonnen Elektroschrott aufarbeiten.

Barker stellt sich eine echte Kreislaufwirtschaft vor, indem im Idealfall die Metalle an lokale Unternehmen wie Juweliere und Hersteller zurückverkauft werden. Mint wurde als eines von 17 Unternehmen aus 200 Bewerbern zur Teilnahme an The Circulars Accelerator Cohort 2021 ausgewählt. Kreislaufinnovatoren werden mit dem sechsmonatigen Programm bei der Skalierung ihrer Lösungen unterstützt.

Das Programm führt sie mit Branchenführern und Experten zusammen. Es wird durch eine Zusammenarbeit mit UpLink, der Innovations-Crowdsourcing-Plattform des Weltwirtschaftsforums, sowie dem Beratungsunternehmen Accenture geleitet. Dabei besteht eine Partnerschaft mit Ecolab, Anglo American und Schneider Electric. Die Partner sehen in der Kreislaufwirtschaft eine einzigartige Marktchance, deren Wert bis 2030 bie mehr als 4,5 Billionen Dollar liegen könnte.

Das Potential von Kreislauflösungen

Laut einer 2019 veröffentlichten Prognose des Forums A New Circular Vision for Electronics, Time for a Global Reboot sollte die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte 2020 zwischen 25 und 50 Milliarden liegen. Die Kohlenstoffemissionen aus der Produktion und Nutzung von Elektronik sollen laut der Studie bis 2040 ungefähr 14 Prozent der Gesamtemissionen betragen.

Die Gesellschaft geht nur mit 20 Prozent des Elektroschrotts angemessen um, während der Rest auf Mülldeponien unter schlechten Bedingungen entsorgt wird. Durch eine bessere Produktverfolgung und einen innovativen Kreislauf könnte der Schrott sinnvoll genutzt werden.

Quellen: Mint.bio

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