Diese Technologie entfernt CO2 aus dem Meer und stellt Muscheln her

Selbst wenn die Nutzung erneuerbarer Energien immer mehr an Bedeutung gewinnt, die Zahl der schadstoffarmen Fahrzeuge zunimmt und die Weltwirtschaft langsam dekarbonisiert wird, sind zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels erforderlich. Einige Start-ups haben Maschinen entwickelt, um Kohlendioxid aus der Luft zu saugen. Bäume können ebenfalls helfen. Ein Forscherteam geht jedoch ganz andere Wege und wendet sich dem Meer zu.

Technologie entfernt CO2 aus dem Meer und stellt Muscheln her (1)
Bildquelle: Institute for Carbon Management at UCLA Samueli School of Engineering

Muscheln herstellen und Kohlendioxid aus dem Meer entfernen

Ein Wissenschaftler-Team der University of California in Los Angeles ließ sich von Muscheln inspirieren, um Kohlendioxid aus den Meeren zu entfernen. Muscheln bilden sich aus Kohlendioxid, das auf natürliche Weise im Meer gelöst ist.

Dante Simonetti, Assistenzprofessor für Chemie- und Biomolekulartechnik an der UCLA Samueli School of Engineering, denkt, dass dies eine der besten Möglichkeiten zum Auffangen von CO2 aus dem Meer sein könnte. Die Forscher haben überlegt, wie es mit der Bildung von Muscheln aussehen könnte.

Diese Reaktion kommt in der Natur vor und wurde von den Forschern bereits in früheren Projekten untersucht. Die Forscher überlegten, wie sie diese Reaktion in einem Maßstab nutzen könnten, bei dem der CO2-Gehalt der Atmosphäre beeinflusst werden könnte.

Neue Technologie in der Testphase

Ozean und Atmosphäre befinden sich in einem Gleichgewichtszustand. Wird Kohlendioxid aus dem Wasser entnommen, zieht der Ozean mehr Kohlendioxid aus der Luft. Die Wissenschaftler testen eine neue Technologie, um die Umwandlung von Kohlendioxid in Mineralien zu beschleunigen. Meerwasser wird von einer Maschine angesaugt und läuft durch ein Netz, welches das Wasser elektrisch auflädt.

In einer chemischen Reaktion wird Kohlendioxid mit im Wasser gelösten Kalzium und Magnesium verbunden. So entstehen Kalkstein und Magnesit. Diese Mineralien sind vergleichbar mit zermahlenen Muscheln und können an Land entsorgt oder in den Ozean zurückgegeben werden.

Gegenüber anderen Methoden zum Entfernen von Kohlendioxid hat diese Technologie einige Vorteile. Meerwasser kann eine 150-Mal höhere Menge an Kohlendioxid aufnehmen, wie in der Luft enthalten ist. Für dieses Verfahren wird nur wenig Energie verbraucht. Es ist kostengünstiger als die direkte Luftabscheidung. Als Nebenprodukt entsteht Wasserstoff, der als Energieträger der Zukunft gilt.

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Bildquelle: Institute for Carbon Management at UCLA Samueli School of Engineering

Dauerhafte Bindung von Kohlendioxid

Die neue Technologie bindet anders als bisherige Verfahren dauerhaft Kohlendioxid. Kohlendioxid wird nicht in einen Brennstoff umgewandelt, der beim Verbrennen neues CO2 freisetzt. Bäume zur Bindung von Kohlendioxid könnten durch Waldbrände oder Krankheiten verloren gehen. Die bei dem neuen Verfahren erzeugten Mineralien können Kohlendioxid dauerhaft speichern.

Anders als bei einem direkten Luftabscheidungssystem bleibt bei dem neuen Verfahren kein Gas übrig, das komprimiert und gelagert werden muss. Daher wird keine zusätzliche Energie benötigt.

Gewinnung realer Leistungsdaten

Vor zwei Jahren begann das Technologie-Unternehmen Stripe damit, für die Entfernung von Kohlendioxid und nicht für dessen Kompensation zu bezahlen. Kürzlich kündigte das Unternehmen an, die Technologie zur CO2-Entfernung von dem Team zu kaufen, das diese Technologie in ein Unternehmen mit dem Namen Seachange ausgelagert hat.

Im nächsten Schritt soll die Technologie aus dem Labor an einen Demonstrationsstandort übertragen werden, um reale Leistungsdaten zu gewinnen. Um sicherzustellen, dass sich das neue Projekt nicht negativ auf die Meeresumwelt auswirkt, wollen die Wissenschaftler auch mit anderen Experten zusammenarbeiten. Kommt die Technologie auf den Markt, muss sie im großen Maßstab genutzt werden.

Quelle: fastcompany.com

 

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