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Vergessen Sie Elektroautos und seien Sie bereit für fliegende Elektroautos

Prototypen für Senkrechtstarter schießen nur so aus dem Boden und könnten uns eine Zukunft verheißen, die uns schon in den 1950ern versprochen wurden.

Schluss mit selbstfahrenden Autos, fliegende Fahrzeuge sind der neue Hit. Wer möchte schon auf dem Weg zur Arbeit auf dem Rücksitz eines Sedans seine Mails checken während das Fahrzeug durch den zähen Verkehr schleicht? Um Doc Brown zu zitieren, wo wir hingehen brauchen wir keine Straßen.

Der neueste Senkrechtstarter (VTOL für Vertical Take Off and Landing), der Lilium Eagle, lässt sämtliche Brennstoffmotoren ziemlich alt aussehen. Bei diesem Prototyp handelt es sich um einen Senkrechtstarter mit zwei Sitzen der kürzlich seinen ersten unbemannten Probeflug überstanden hat.

Wie die meisten VTOLs, hebt auch der Eagle senkrecht vom Boden ab, schwebt vorwärts und wird schließlich durch Flügel in der Luft gehalten. Das Fahrzeug weist sowohl vorne als auch hinten Düsen auf, die in Rumpfpylonen untergebracht sind. Dabei dienen die vorderen Düsen als Stabilisator sobald der Wagen in der Luft ist. Sowohl die vorderen als auch hinteren Flügel sind abermals mit kleineren Düsen ausgestattet – im Gegensatz zu den zwei riesigen Propellerturbinen des wohlbekannten V-22 Osprey. Nichtsdestotrotz ist das Prinzip der beiden Maschinen ziemlich ähnlich.

 

 

Lilium behauptet der Eagle erreiche Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 300 kmh und bei einem vollen Tank auch ungefähr die gleiche Reichweite. Das Unternehmen gab kaum Details zum Thema Batterien oder Motoren Preis, aber heutzutage könnten die meisten Bestandteile Standardkomponenten sein.

Im Demovideo ist das Fahrzeug ferngesteuert, aber Berichten zufolge haben in dem Prototypen auch ein Pilot und ein weiterer Passagier Platz. Angeblich arbeitet das Unternehmen gerade an einer Version die fünf Leuten Platz bietet und mit einer höheren Anzahl an Düsen und größeren Flügeln ausgestattet ist. Dieses Auto könnte als Lufttaxi fungieren.

„Ein riesiges Netzwerk kleiner und kostengünstiger Landeplätze würde es möglich machen, das Fahrzeug schnell und zu jeder Zeit zu besteigen und überall hinzugelangen.“ Sagt Lilium. „Bald wird der Weg nach Hause nach einem stressigen Arbeitstag das reinste Vergnügen sein. Da man über den Straßen schwebt ist zeitraubender Verkehr kein Problem mehr und zusätzlich kann man auch noch einen fantastischen Ausblick genießen.“

Hat die VTOL-Technologie etwa erhebliche Fortschritte gemacht  während wir nicht aufgepasst sondern Minecraft auf unseren Smartphones gespielt haben? Vor allem wenn man bedenkt wie viele Schwierigkeiten der F-35 Lightning hatte, und das trotz eines Budgets in Milliardenhöhe. Technologie und Zweck der beiden Fahrzeuge sind jedoch ziemlich unterschiedlich: Der F-35 benötigt weitaus mehr Schubleistung um mehr Masse anzuheben und schneller anzutreiben. Die verwendete Methode existiert seit den 1960er Jahren mit dem Debut des Hawker Siddeley Kestrel.




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Die neueste Generation kleinerer Senkrechtstarter-Prototypen macht sich hingegen den Ansatz modernster Drohnen zu Eigen. Dabei wird ein geringe Last (in diesem Fall zwei Menschen) in eine geringe Höhe gehoben, woraufhin das Flugobjekt vorwärts schwebt (falls es nicht durch Flügel getragen wird) um die Geschwindigkeit von Helikoptern zu erreichen. Eigentlich ist diese Art von Technologie längst überfällig und dank der Fortschritte in der Technologie automatisierter Flüge und Energiespeicherung hat diese Technik ihren Laborstatus hinter sich gelassen. Batterien enthalten nun genug Energie um sich selbst und ein paar Menschen schweben lassen zu können und oftmals erfolgt bei den kleineren Jets eine Art Hundeschlitten-Ansatz: viele leistungsschwächere Antriebe tragen eine geringere Masse bei geringer Geschwindigkeit.

So beeindruckend dieser Testflug auch erscheinen mag, der wahre Testlauf in Form eines längeren Fluges und dem Gewicht zweier Personen folgt erst noch, sobald die Batterien eine entsprechende Flugzeit möglich machen. Wir gehen davon aus, dass es die Batterie-Technologie ist, die noch mehr als alles andere die Entwicklung kleinerer Elektrosenkrechtstarter aufhält. Natürlich ist eine Flugzeit von ein paar Minuten ganz nett, aber das revolutioniert die Branche wohl kaum.

Wird es bald tatsächlich fliegende Autos geben? Das Debut des Eagles kommt zeitgleich mit Ubers Ankündigung, dass es bis zum Jahr 2020 einen Lufttaxi Service in Dallas-Fort Worth und Dubai geben wird, vermutlich mit ähnlichen Fahrzeugen. Wie nah dran sind wir an luftigen Arbeitswegen? Lilium hat noch ein paar Meilensteine vor sich, so beispielsweise den ersten bemannten Testlauf 2019. Innerhalb weniger Jahre rechnet Lilium damit, dass Passagiere Flüge via Smartphone buchen können, die dann von qualifizierten Piloten geflogen werden.

Sollten wir wirklich so kurz vor dem Durchbruch stehen, ist es auch bei weitem nicht zu früh um das Haus mit Senkrechtstarter-freundlichem Rasen auszustatten.

Quelle: autoweek.com

Bild: lilium.com

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