Zero Waste – weniger (Plastik-)Müll im Alltag (Teil1)

Gibt man heutzutage in einer Online-Suchmaschine die Schlagworte „Zero Waste“, „No Waste“. „Plastikfrei“ oder dergleichen ein, fällt einem meist eines direkt ins Auge: „Zero Waste ist eine Lebenseinstellung!“. Aber ist das wirklich so? Oder viel wichtiger, muss das sein, damit es wirklich klappt? Die Antwort hängt, wie bei Allem, von einem großen Faktor ab: Das Ausmaß, in dem man es betreiben will. Möchte man hier, in der westlichen Zivilisation, vollständig auf Plastik- und anderen Müll verzichten, ist das schon eine ganz schöne Herausforderung. Vor allem, je städtischer, desto schwieriger scheint es.




Zero Waste – wo fängt es an?

Es fängt bei dem Kaffee-to-go, den es jeden Tag in der Mittagspause gibt, an – Auch Papierbecher sind Müll. Bei der Tüte Milch – ob Bio oder nicht – gehts weiter. Der Karton ist bei beiden Müll. Nicht jeder hat gleich einen Bauernladen um die Ecke, wo er sich den Liter Frischmilch direkt aus der Kuh zapfen kann. Häufig muss man also mit dem Auto zum nächsten Laden fahren. Ob man der Umwelt nun einen Gefallen tut, wenn man, statt einem Tetrapack Milch, einfach ein paar Abgase in die Luft pustet, ist auch fraglich. Nicht einmal die Zähne kann man sich putzen, ohne auf einem Stück Plastik herum zu kauen, oder es wenigstens als Tube in der Hand zu halten. Häufig gibt es nicht einmal Lebensmittel unverpackt. Man muss gar nicht erst zu den Nüssen oder dem Reis laufen. Sogar Essen, das seine eigene Verpackung mitbringt – Bananen zum Beispiel – gibt es häufig nur in Folie. Man sieht also: Weniger Müll scheint schwer. Zero Waste hingegen unmöglich. Ganz unmöglich ist es nicht. Es bedarf nur einer großen Portion Erfindergeist und Durchhaltevermögen. Es scheint fast so, als bräuchte man diese „Lebenseinstellung“. Vielleicht ist das auch so. Aber niemand redet davon, dass es nur so geht. Es bringt der Umwelt viel mehr, wenn JEDER versucht seine Müllproduktion herunterzufahren, als wenn hier und da ein Zero-Waste-Spezialist aus dem Boden schießt. Es gilt also: fang doch einfach mal an.

Aller Anfang ist schwer – Tipps und Tricks für deinen No-Waste Start

Der Anfang ist meist am schwersten. Das ist den meisten Dingen so. Um dir das Anfangen leichter zu gestalten, findest du hier einige Tipps und Tricks, die dir den Schritt in diese Richtung leichter machen sollen. Anfangen tut man nicht mit allem. Sondern einem. Auch nicht dem Ersten. Such dir eines aus dieser Liste aus und probiere es aus. Klappt es nicht auf Anhieb, ist das gar nicht schlimm. Versuch es einfach weiter, so gut es geht oder versuch es zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Bist du bereit für einen zweiten Punkt, such dir einen aus. Und so geht es immer weiter.

No-waste Teil 1: Unterwegs

Einmachglas statt Plastikbox

Es gibt viele Einmachgläser für wenig Geld. Sie sind nicht nur gut für die Umwelt, sondern sehen sogar schick aus. Und viel wichtiger: Dicht sind die Dinger auch. Nicht nur beim Verschluss sind Einmachgläser der Standard-Brotdose überlegen. Sie bieten viele weitere Vorteile. Man kann sein Essen bedenkenlos in der Mikrowelle aufwärmen. Es lässt sich einfach reinigen. Nichts verfärbt sich – selbst hartnäckiges gelbes Curry hinterlässt nicht einmal einen Fingerabdruck. Es ist geruchsneutral. Es gibt keine Weichmacher oder anderen Stoffe, die ans Essen abgegeben werden können. Sollte nach einer Ewigkeit im Gebrauch das Gummi, welches für die Abdichtung sorgt, den Geist aufgeben, kanns man sich problemlos ein neues besorgen. Das alte ist – natürlich – Müll. Erstens aber weniger, als eine Plastikdose. Zweitens kann man es vielleicht noch upcyceln. Hat man gerade kein Einmachglas zur Hand, muss man keins kaufen. Das leere Marmeladenglas tut es auch. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Edelstahl-Brotdose statt Tupperbox

Die Plastikvariante lässt sich auch ganz einfach gegen ein Exemplar aus Edelstahl austauschen. Edelstahl hat zudem keine lästigen Inhaltsstoffe, ist geruchsneutral und bleibt es auch, verfärbt sich nicht und ist leicht zu reinigen.
Passend zum Glas-für-unterwegs oder zu Edelstahl-Box, kann man sich einfach eine eigene Gabel oder passendes Reisebesteck einpacken. Wer kleine Spielereien mag, kann auch zu einem Spork greifen. Dabei handelt es sich um die praktische Kombination aus Löffel (englisch: spoon) und Gabel (englisch: fork).

Thermobecher statt Pappbecher

Die meisten Cafés und Kantinen, bei denen man normalerweise einen To-Go Kaffeebecher bekommt, haben überhaupt nichts dagegen, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Es wird sogar immer häufiger gerne gesehen. Sollte es nirgendwo ausgezeichnet sein, frag doch einfach. Mehr als ein „Nein“ kann einem nicht passieren.

Die gute Jute

Der Jutebeutel sollte zum ständigen Gepäckstück werden. Nicht nur zum Einkaufen, sondern auch für unterwegs, erspart er viel unnötigen Müll. Und schont den Geldbeutel. In vielen Supermärkten und Bekleidungsgeschäften muss man für einen Plastikbeutel zahlen. Vielleicht sind das nur Centbeträge – aber es läppert sich. Außerdem ist jede Plastiktüte Müll, den man mit Leichtigkeit vermeiden kann. Auch an der Obst- und Gemüsetheke muss man nicht auf die praktischen dünnen Beutelchen, die alles so schön beisammenhalten, verzichten. Dafür kann man bequem zu dünnen Stoffnetzten greifen.




Omas Taschentuch statt Tempo

Taschentücher sind – gerade in der kalten Jahreszeit – ein Muss. Ein Standard Papiertaschentuch lässt sich zwar ohne weiteres in der Mülltonne entsorgen und verrottet dann mit allem anderen zusammen, allerdings ist die Verpackung wieder einmal aus Plastik. Und wer Schnupfen hat, der braucht einen ganzen Haufen Taschentücher. Stofftaschentücher kann man ganz einfach im Laden kaufen oder sie aus alten Stoffteilen, die man nicht mehr braucht, selbst zurechtschneiden. Nur das Waschen nicht vergessen!

Für den Anfang soll es nun erst einmal genügen – Teil 2 & 3 werden in Kürze hier erscheinen.

Hi Five!
Danke!

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