Die erste schwimmende Windkraftanlage hat bereits alle Erwartungen übertroffen

Die erste kommerzielle schwimmende Windkraftanlage Hywind befindet sich in der Nordsee etwa 24 Kilometer von der Küste von Aberdeenshire in Schottland entfernt. Seit Oktober ist die Anlage mit sechs Turbinen in Betrieb und hat schon jetzt alle Erwartungen übertroffen.

Die Anlage baute das norwegische Unternehmen Statoil. Die Turbinen sind massive über 250 Meter hohe schwimmende Strukturen, von denen etwa zwei Drittel aus dem Wasser herausragen. Die Rotoren selbst sind knapp 75 Meter lang.

Seit der Inbetriebnahme hat die Anlage einen Kapazitätsfaktor von 65 Prozent erreicht. Das bedeutet, sie konnte 65 Prozent der Zeit unter Volllast arbeiten. Beispielsweise erreichen Atomkraftwerke einen Kapazitätsfaktor von fast 100 Prozent, da sie fast die ganze Zeit laufen.

Im Vergleich dazu erreichen regenerative Energien bisher nur einen geringen Kapazitätsfaktor. So schaffen moderne Photovoltaikanlagen im Durchschnitt gerade mal einen Nutzungsgrad von 27 Prozent, selbst die Hydroenergie von Staudämmen nur etwa 45 Prozent. Deshalb stellt die Erforschung von schwimmenden Windkraftanlagen eine wichtige Entwicklung für die Zukunft regenerativer Energieträger dar.




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Auch wenn die Turbinen in der Lage sind mit den starken Winden der offenen See eine gewaltige Menge an Energie zu erzeugen, haben sie auch ihre Grenzen. Als der Hurrikan Ophelia im Oktober mit bis zu 130 km/h tobte, konnten die Turbinen weiterhin Strom produzieren, mussten aber aus Sicherheitsgründen bei den schlimmsten Winden kurzzeitig aussetzen. Dabei verfügen die Turbinen über ein spezielles Kontrollsystem, dass automatisch die Ausrichtung de Rotoren steuert, so dass starke Winde den Anlagen nicht schaden können.

Bei all der Freude über die herausragende Performance der Hywind Windkraftanlagen ist zu beachten, dass die Winde im Winter besonders stark sind. Die ganzjährige Performance wird damit noch nicht abgebildet. Trotzdem gibt Statoil an, dass die Anlage 20000 Heime versorgen könne. Das Unternehmen hofft mit weiterer Innovation die Preise weiter zu senken und die Anlagen noch effektiver zu machen. So möchte das Unternehmen die Kosten für die Stromerzeugung auf 50 bis 75 Dollar pro Megawatt senken.

Dabei können die schwimmenden Windturbinen im Gegensatz zu herkömmlichen Offshore-Windparks auch in tiefen Gewässern eingesetzt werden. Für die Westküste der USA, Japan, Hawaii und andern Gebieten mit starken Winden könnte die schwimmenden Windparks ein idealer Ort sein.

Quellen: digitaltrends.com

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