Wie Marino Morikawa einen verseuchten See in Peru mit Nano-Blasen reinigt

Der peruanisch-japanische Wissenschaftler Marino Morikawa reinigte das Feuchtgebiet El Cascajo in nur 15 Tagen mit der Nanotechnologie. Nun will er auch den Titicaca-See auf diese Weise wiederbeleben. Er hat ein Nano-Blasen-System erfunden, dessen Blasen 10.000 Mal kleiner sind als in Mineralwasser. Schwimmen die Blasen an der Oberfläche, binden sie Viren und Bakterien.

Wiederbelebung eines Feuchtgebiets mit zwei Erfindungen

El Cascajo ist ein ungefähr 50 Hektar großes Feuchtgebiet und liegt im Norden der peruanischen Hauptstadt Lima, im Chancay Distrikt. Morikawa hat mit eigenen Mitteln zwei Erfindungen finanziert, um das Gebiet wiederzubeleben.

Schon als der Wissenschaftler noch Kind war, wies ihn sein Vater auf den schlechten Zustand des Sees hin. Bei einem Besuch des Feuchtgebiets fand der Umweltwissenschaftler Morikawa eine Abwassermülldeponie, die von einer illegalen Mülldeponie umgeben war. Dort wurden Zugvögel gefüttert.

Wasserpflanzen bedeckten den schmutzigen Sumpf. Um das Feuchtgebiet ohne Chemikalien zu reinigen, erfand der Wissenschaftler ein Nanoblasensystem, dessen Blasen 10.000 Mal kleiner als die von Mineralwasser sind. Das System verbleibt vier bis acht Stunden im Wasser.

Eine weitere Erfindung des Wissenschaftlers sind biologische Filter mit Ton, um anorganische Schadstoffe zu binden, die von Bakterien zersetzt werden.

Marino Morikawa
"Für seine Arbeit in Peru verwendete Marino Morikawa Keramik-Biofilter, die er in lokalen Töpferkursen selbst herstellte. Bildquelle: EFE/ErnestoArias

Erfolg in nur 15 Tagen

Während der Prozess im Labor sechs Monate in Anspruch nahm, konnte beim Feuchtgebiet El Cascajo innerhalb von nur 15 Tagen eine Wiederbelebung festgestellt werden. Die Natur erledigt ihren Job.

Morikawa gibt mit seiner Erfindung einen Anstoß, um den Prozess zu beschleunigen. Im Jahr 2013 waren noch 60 Prozent des Feuchtgebiets von Zugvögeln besiedelt, die auf ihrer Route von Kanada nach Patagonien Station machten.

Morikawa, der bereits an der Wiederbelebung von 30 Lebensräumen weltweit mitgewirkt hat, beschäftigte sich seitdem mit zwei Ökosystemen in Peru, von denen der Titicacasee Priorität hat.

Magnet für Viren und Bakterien

Das Nanoblasensystem erzeugt winzige Blasen in der Tiefe des verschmutzten Wassers, die Bakterien und andere Mikroorganismen anziehen. Morikawa vergleicht die Technik mit Blasen in Mineralwasser.

Das Aufsteigen der Blasen an die Oberfläche ist sichtbar. Nur sind die Blasen viel kleiner und es dauert Stunden, bis sie an die Oberfläche gelangen. Das elektromagnetische Feld der Blasen wirkt wie ein Magnet und zieht Viren sowie Bakterien an, die wie in einem Spinnennetz gefangen werden und absterben.

Während die Blasen weiterhin an die Oberfläche gelangen, verwandeln sie sich in Gas und verschwinden.

Weitere Methode mit Biofiltern

Ein Biofilter dient als Medienbett, auf dem sich verschiedene Mikroorganismen ansiedeln und einen Biofilm bilden. Von den angezogenen Wasserbakterien werden die guten Arten bewahrt, die einen Beitrag zur Erhaltung der Mikroflora leisten.

Biofilter werden weltweit zur Wasseraufbereitung genutzt, doch müssen sie an die speziellen Bedingungen des Wassers angepasst werden. Morikawa verwendete Biofilter aus Keramik, die er selbst in einem Töpferkurs herstellte.

Schnelle praktische Anwendung des Systems

In nur vier Monaten gelang es Morikawa, das komplette Feuchtgebiet zu dekontaminieren. Mindestens 40 Arten von Zugvögeln sind bereits zum El Cascajo See zurückgekehrt. Auch zehn Fischarten haben sich wieder angesiedelt.

Das von Morikawa genutzte Material ist in jedem Eisenwarengeschäft erhältlich. Ein Prinzip des Wissenschaftlers ist, keine teuren Materialien in ärmlichen Gebieten zu nutzen, wenn einfaches Material verfügbar ist.

Bildquelle: efe.com, ecoinventos.com

Quellen: brightvibes.com

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