Veganer Strom

Strom ohne Tierleid – was ist veganer Strom?

Für viele Menschen ist Veganismus etwas äußerst Lächerliches. Andere hingegen empfinden den Veganismus als eine ideale Einstellung, um sich ethisch gesund zu ernähren. Das Meiden von Nahrungsmitteln aus tierischem Ursprung und der Verzicht der Nutzung von tierischen Produkten im Allgemeinen sind mögliche Motive für die vegane Lebensweise. Doch diese Argumente lassen sich auch in anderen Bereichen exzellent einbringen, so auch in den Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz.

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Das Wort Ökostrom ist vielen Menschen inzwischen ein Begriff. Der vegane Strom geht aber noch einen Schritt weiter als der Ökostrom. Grundsätzlich gilt beim Produzieren von veganem Strom, dass durch die Stromherstellung weder der Lebensraum der Tiere gestört oder verändert werden darf noch dass das Tier selbst durch die Energieherstellung zu Schaden kommen darf. Diese Bedingungen beziehen sich auf alle drei Schritte:

• auf den gesamten Stromherstellungsprozess,
• auf die unmittelbare Energiegewinnung
• bis hin zum Verbraucher bzw. zur Kundenlieferung.

In puncto Ökostrom kommt es vorrangig nur darauf an, dass bei der Energiegewinnung lediglich regenerative Energien zum Einsatz kommen. Deshalb suchen viele Veganer eine Alternative zum Ökostrom. Wird der vegane Strom von vertrauenswürdigen Anbietern bezogen, so kann dieser sehr wohl für viele Verbraucher eine gute Option bieten.

Veganer Strom – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Was genau ist denn veganer Strom? Diese Frage lässt sich zwar einfach erklären, dennoch bedarf es hierbei mehr als nur dem Verständnis. Vielmehr ist die Maxime „Voraussicht und Verstehen“ angesagt. Bei all der Bedrohung hinsichtlich der klimatischen Auswirkungen und der umweltzerstörenden Maßnahmen, um an verfügbare Energien zu kommen, ist der vegane Strom, wenngleich auch nur partiell betrachtet, mit Sicherheit ein wichtiger und unverzichtbarer Schritt in die richtige Richtung.

Kohle und Strom waren lange genug die Hauptquellen für die Energiegewinnung. Dass diese beiden Stromquellen sich negativ auf die Umwelt auswirken und für die gesamte heimische Tierwelt eine katastrophale Bedrohung darstellen, ist längst kein Geheimnis mehr. Beim veganen Strom, aber auch zum Teil beim Ökostrom wurde im Unterschied zu anderen konventionellen Stromerzeugerquellen der Anspruch auf Nachhaltigkeit ein großes Stück weitergedacht.

Herkömmlicher Strom und in gewissem Sinne Ökostrom sind nicht vegan. Für Veganer ist der aus den erneuerbaren Energien gewonnene Strom nicht akzeptabel. Durch die Windkraft kann der Vogelbestand mit der Zeit drastisch dezimiert werden, da sich Unfälle zwischen den Vögeln und den Rotorblättern ergeben können (Vogelschlag). Auch die Wasserkraft birgt für Veganer einen großen Nachteil für tierische Flussbewohner (Fischsterben). Alles, was mit Tierleid in Verbindung steht, ist für vegan orientierte Menschen somit nicht tragbar.

Die Verbrennung von Gülle, wodurch herkömmliches Biogas gewonnen wird, wird von den Veganern ebenfalls ausgeschlossen, da die Gülle ein Produkt ist, das durch die Massentierhaltung entsteht. Auch der Photovoltaiktechnik stehen viele Veganer zumindest im Ansatz kritisch gegenüber. An und für sich spräche nichts gegen diese Technik, um erneuerbare Energie zu gewinnen. Photovoltaikanlagen absorbieren nur die Sonnenstrahlen, es gibt keine gefährlichen Rotationen und auch keine Endlagerung. Zudem entstehen durch die Anlagen keine Abgase.





Die in Europa hergestellten Photovoltaikanlagen garantieren einen hohen Standard bezogen auf die Umweltfreundlichkeit. So gesehen sind die Anlagen ungefährlich für die Tierwelt, klimaneutral und vegan. Für eine flächendeckende Versorgung müssten jedoch Großanlagen errichtet werden, da es sich nicht jede Privatperson leisten kann oder auch nicht die Möglichkeit hat, sich eine Anlage mit Solarzellen aufs Gebäudedach zu montieren. Die großen Anlagen würden somit wohl oder übel auf Mülldeponien oder gar inmitten des Lebensraumes von Wildtieren aufgestellt werden. Dies aber würde dem Umweltbewusstsein von veganen Menschen total widersprechen. Ein neues Angebot bietet sich für Veganer durch „Vegawatt“, einem Internetanbieter, der veganen, aus Photovoltaikanlagen stammenden Strom liefern kann.

Ist veganer Strom eine ökologische Alternative?

Die Antwort ist ein ganz klares Ja! Dennoch stehen viele Energieexperten dem Konzept „Veganer Strom“ ein wenig kritisch gegenüber. Laut den Verfechtern des veganen Stromkonzeptes erhöhe sich kontinuierlich die Nachfrage nach veganem Strom. Der Anteil des Stromes würde bezogen auf den gesamten Energieanteil stetig wachsen. Auf diese Weise würden konventionelle Stromanbieter indirekt geschwächt. Die Kritiker zweifeln daran, da zurzeit noch ein sehr geringer Anteil an unbedenklichem veganem Strom verfügbar ist. So müssten andere Energiekunden auf Strom zurückgreifen, der aus anderen Quellen produziert wird. An der Bilanz würde dies weder etwas ändern noch würden damit herkömmliche Energieanbieter in keinerlei Weise wirtschaftlich wirklich geschwächt werden.

Eine Alternative für die vegane Stromproduktion bietet sich durch möglichst tierfreundlich platzierte Photovoltaikanlagen. Die Wahl des Standortes müsste geographisch so geregelt sein, dass durch die Solaranlagen die Umwelt in keinerlei Form negativ beeinflusst werden darf und auch die heimische Tierwelt keine gravierende Störung erfährt.

Alternativ zum Biogas bzw. zur Biomasse bietet die saubere Erzeugung Ökostrom aus Zuckerrübenschnitzeln. Gülle stammt aus Massentierhaltungsbetrieben, jedoch Zuckerrübenschnitzel sind in der Zuckerherstellung ein Abfallprodukt. Neben den Zuckerrübenschnitzeln können zur Energiegewinnung auch Mais und Getreide herangezogen werden. Es muss jedoch strengstens darauf geachtet werden, dass hierbei absolut keine tierischen Rohstoffe benutzt werden. Ein Einwand hierfür wäre allerdings die Tatsache, dass mit dieser Form der Biomassenherstellung als Stromquelle das Entstehen von Monokulturen einhergehen würde.

Problematisch ist oftmals auch die Klimabilanz von derartigen Biogasanlagen. Denn es besteht durchaus die Gefahr, dass durch die Vorgehensweise die Umwelt geschädigt wird. Der Weg von Zuckerrübenschnitzeln zum veganen Gas ist aber nicht allzu weit. Generell werden die Reste der Zuckerherstellung zu Pellets oder zu Pressschnitzeln zusammengepresst und dann in der Massentierhaltung als Futtermittel eingesetzt. Es werden die Überreste oftmals auch in Biogasanlagen zusammen mit tierischen Abfällen verfeuert. Würde man jedoch auf die tierischen Abfälle komplett verzichten, so könnten in den Biogasanlagen ausschließlich Zuckerrübenschnitzel verwendet werden. Daraus könnte dann problemlos veganes Gas gewonnen werden. Der Gas- und Stromanbieter Vegawatt hat sich mit Betreibern von Biogasanlagen zusammengetan, die ihre Anlagen einzig und allein mit Zuckerrübenschnitzeln füttern.

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Doch selbst bei eingefleischten Veganern, die penibel darauf achten, bei der täglichen Ernährung kein Tierleid in Kauf zu nehmen, ist die Energieversorgung durch veganen Strom noch nicht richtig in den Fokus geraten bzw. noch kein allzu großes Thema.

Die möglicherweise höheren Kosten können natürlich als Nachteil von veganem Strom angekreidet werden. Der vegane Strom bietet für all jene Menschen, denen die heimische Fauna und die Umwelt am Herzen liegen, überwiegend klare und deutlich zu erkennende Vorteile. Die möglichen höheren Kosten ergeben sich aber in den meisten Fällen auch bei der Nutzung von Ökostrom. Im Vergleich zu Kohle, Atomkraft und anderen konventionellen Quellen zur Gewinnung von Energie schneiden, was die Kosten anbelangt, der vegane Strom und der Ökostrom generell schlechter ab.

Bei jenen Veganern, die sich für den Tierschutz interessieren und darauf Wert legen, dass der bezogene Strom durch und durch tierfreundlich produziert wird, spielen die finanziellen Aspekte in der Regel nur eine zweitrangige Rolle. Damit Veganer nicht an jene Anbieter geraten, die auf unverschämt hohe Preise setzen, ist es stets ratsam, einen generellen Preisvergleich anzustellen.

Ist im Idealfall veganer Strom noch grüner als Ökostrom?

Veganer Biostrom ist grundsätzlich nachhaltiger und auch grüner als Ökostrom. Bei der Wahl des Anbieters gilt es jedoch für Interessierte, sich genau mit den Grundsätzen des vegan produzierten Stroms zu befassen. Anbieter sollten den potenziellen Kunden gewisse Fragen beantworten können. Woher wird der Strom konkret bezogen? Wie genau wird dafür gesorgt, dass im Herstellungsverfahren weder die Umwelt noch die Tierwelt zu Schaden kommen? Hat der Anbieter zu großen Stromherstellern möglicherweise eine Verbindung?

Es ist kein leichtes Unterfangen, zu klären, ob nun der bestimmte Anbieter all diese Punkte und noch weitere dazugehörende Aspekte auch wirklich einhält.

Wer einen wichtigen Beitrag zur Verlangsamung des globalen Klimawandels und zur Zukunft der Umwelt leisten möchte, der kann Biostrom beziehen. Wer aber zusätzlich noch tierfreundlich leben möchte, für den bietet der vegane Strom zum reinen Ökostrom eine gute Alternative. Damit ist der vegane Strom noch ein klein wenig grüner als der herkömmlich reguläre Ökostrom. Denn die Richtlinien sind für den veganen Strom noch strenger und im Vergleich zum Ökostrom profitieren davon auch die Tiere im Speziellen und nicht „nur“ die Umwelt im Allgemeinen.




Welche Möglichkeiten gibt es für die vegane Stromproduktion?

Für die vegane Stromproduktion mag es verschiedene Möglichkeiten geben. Doch letztendlich kommen gegenwärtig nur zwei Möglichkeiten infrage, die auf eine Erfolgsstory hinweisen könnten: Photovoltaikanlagen und Zuckerrübenschnitzel.

Veganer Strom ist nachhaltig und hilft dem Tierschutz

Eigentlich wären die Politiker in einem sozialen und liberal geführten Staat für den Tierschutz und für die Nachhaltigkeit bei der Energieerzeugung verantwortlich. Da aber viele Volksvertreter gerne und häufig mit Lobbyisten von Großkonzernen sympathisieren, sind der effektive Tierschutz und der Umweltschutz leider oftmals nur von geringer Bedeutung.

Veganer und auch Vegetarier sind im Konkreten betrachtet für eine umweltschonendere Energiegewinnung. Veganer Strom hilft somit sowohl der Nachhaltigkeit bei der Stromerzeugung als auch dem Tierschutz. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes von veganem Strom werden aber leider von der breiten Bevölkerungsmasse immer noch als Humbug oder als glatte Spinnerei wahrgenommen. Nicht selten stehen passionierte Veganer da, als wären sie komplett fehlplatzierte Aliens.

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Schritt für Schritt könnte der vegane Strom aber durchaus eine Chance bieten, um den Anteil der umweltschädlichen Stromgewinnung langsam, aber sicher zu verkleinern. Dieser kleine Schritt für die Menschheit würde sich in den kommenden Jahrzehnten als großer Schritt für die Umwelt, für die Tierwelt und für das Weltklima erweisen.

Bildquelle: pixarbay / jplenio

 

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