Forscher stellen versehentlich plastikvernichtendes Enzym her

Forscher der Universität Portsmouth und der NERL zufällig ein Enzym entwickelt haben, das problemlos einige der meist verbreitetsten und umweltschädlichsten Plastiksorten verdauen kann. Dieses Enzym soll besser PET vernichten können als seine natürlich vorkommende Variante.
Diese Entdeckung könnte die Lösung sein für Millionen von Tonnen an Plastikflaschen, die die Umwelt verschmutzen und dem Wildleben schaden. Expertenschätzungen zufolge soll im Jahre 2050 der Gewichtsanteil von Plastik im Meer genauso groß sein wie der von allen dort lebenden Fischen.

Wie jeder weiß, der Stofftaschen mit zum Einkaufen mitnimmt oder zu Stoffwindeln gewechselt hat, geben sich viele Menschen große Mühe, ihren Plastikkonsum einzuschränken. Aber Papier-Strohhalme und Bambus-Zahnbürsten sind leider nicht genug.

 

„Wir alle können zwar einen großen Teil dazu beitragen, das Plastikproblem in den Griff zu bekommen, aber letztendlich muss die wissenschaftliche Gemeinschaft, die ursprünglich diese ‚Wundermaterialien‘ erfunden hat, nun all die zur Verfügung stehende moderne Technik nutzen um wahre Lösungen für dieses Problem zu finden.“, sagt McGeehan, Direktor des biologischen Institutes in Portsmouth.

Während an einem anderen PET verdauenden Enzym geforscht wurde, stellte das Team versehentlich etwas wesentlich besseres her, das eines Tages industriell dazu genutzt werden könnte um Plastik in einem Bruchteil der Zeit zu vernichten.
„Es ist gut möglich, dass wir in den kommenden Jahren einen industriell durchführbaren Prozess sehen werden, der PET und möglicherweise andere Stoffe wie PEF, PLA und PBS in seine Bestandteile zerlegen kann, sodass sie nachhaltig recyclet werden können.“
Der große Durchbruch kam während die Forscher das Bacterium Ideonella sakaiensis 201-F6 sichteten, das sich in der Erde einer Japanischen Pflanze, die PET Flaschen recyclet, befand.

Sie fanden heraus, dass ihr PETase Mutant besser darin war, PET zu zersetzen, als der wilde PETase-Typ. Dieser kann sogar PEF, ein bio-basiertes Material, das als Ersatz für Glasflaschen angepriesen wird, essen.
„Voller Begeisterung lernten wir, dass PETase sogar besser auf PEF arbeitet als auf PET“, berichtete Beckham, „Es bohrt buchstäblich Löcher durch die PEF-Probe.“
„Obwohl die Verbesserung bescheiden ist, lässt diese unvorhergesehene Entdeckung darauf schließen, dass noch Luft nach oben ist, was weitere Optimierungen bezüglich der Enzyme angeht. Wir bewegen uns immer näher auf eine Lösung für die stetig wachsenden Altplastikberge zu.“ sagte McGeehan.
Die komplette Studie wird diese Woche im Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht.

Quelle: geek.com

Bildquelle: pixabay.com

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