Zweirichtungszähler

Beim Zweirichtungszähler handelt es sich um einen speziellen Stromrichtungszähler, der in Solaranlagen eingesetzt wird, um die in das Stromnetz eingespeiste elektrische Energie zu erfassen. Dabei misst der Zweirichtungszähler nicht nur den eingespeisten Strom, sondern auch den Eigenverbrauch. Ein Zählwerk erfasst den Stromverbrauch, der aus dem öffentlichen Netz bezogen wird und das andere Zählwerk misst, wie viel Strom wiederum von der Anlage ins öffentliche Netz eingegeben wird.

Ein Zweirichtungszähler ist für jeden Betreiber einer Solaranlage bundesweite Pflicht, da laut Erneuerbare Energie Gesetz geregelt ist wie Teile des selbst erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Daher muss genau gemessen werden, wie viel selbsterzeugter Strom ins öffentliche Stromnetz gelangt, um eine genaue Vergütung dafür zu erhalten. Ferner teilt sich die Stromnetzerfassung in drei unterschiedliche Richtungszähler auf. Der Einspeisezähler bemisst den eingespeisten Strom, der Bezugszähler hält den Strombetrag fest, den der Netzbetreiber vergütet und letztlich misst der Ertragszähler den gesamten erzeugten Strom. Der Eigenverbrauchsanteil kann errechnet werden, indem die Differenz aus eingespeistem und erzeugtem Strom gebildet wird. Nach diesem Eigenverbrauchswert richtet sich dann der Tarif der Solareinspeisevergütung. Alle Zähler sind nötig um dem EEG nach den Mindestselbstverbrauch und die Eigenstromvergütung zu bestimmen. Die Zweirichtungszähler werden gegen eine geringe Miete vom lokalen Netzbetreiber bereitgestellt, dieser prüft und wartet die Geräte zudem regelmäßig.

Moderne Zweirichtungszähler sind inzwischen so kompakt, dass sie überall im Haus oder einer Anlage aufgestellt werden können. Außerdem verfügen die meisten Geräte heutzutage über eine Ferndiagnose und Fernübertragung der ermittelten Werte. Schwierigkeiten gibt es jedoch noch immer bei der Programmierung der Geräte. So kann es zu Abrechnungsfehlern kommen, wenn zum Beispiel der erzeugte Solarstrom einphasig ins Netz eingespeist wird, der lokale Netzbetreiber jedoch den Stromverbrauch zweiphasig oder mehrphasig bestimmt. Wird dies nicht berücksichtigt, können Nachteile bei der Verrechnung für den Netzbetreiber entstehen und rückwirkend erhebliche Kosten für den Solaranlagenbesitzer auftreten, die vorher so nicht ersichtlich waren.

Zweirichtungszähler
2.3 (46.67%) 3 votes