Was kostet die Energiewende?

Es ist ein hehres Ziel: Bis zum Jahr 2050 soll der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland um 80 Prozent bis 95 Prozent vermindert werden. So lautet ein Ziel der Bundesregierung zum Schutz des Klimas im Zuge der Energiewende. Um dieses Ziel zu erreichen, sind enorme Anstrengungen und Einsparungen nötig. Die Umstellung des Energiesystems ist mit Kosten verbunden – wie hoch diese potenziell sind, hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE untersucht. Die Studie „Was kostet die Energiewende? Wege zur Transformation des deutschen Energiesystems bis 2050“ von Hans-Martin Henning und Andreas Palzer hat die zugrundeliegende Frage anhand verschiedener Modelle untersucht. Je nach Szenario zeigen die Autoren unterschiedliche, kostenoptimierte Wege auf, um unseren Energieverbrauch zu transformieren.

Mit Energiewende kann viel Geld gespart werden, so die Studie

Mit ihrer Studie kommen die beiden Autoren dabei zu dem Schluss, dass mit der Energiewende und der Transformation hin zu anderen Energiequellen viel Geld gespart werden kann. Prof. Dr. Hans-Martin Henning und Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Andreas Palzer gehen davon aus, dass die Energiewende bis zum Jahr 2050 so viel Geld kostet, wie bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin an Kosten für die Energieversorgung anfallen würde. Derzeit, so die Berechnung, liegen die Kosten für die Aufrechterhaltung unseres Energieversorgungssystems bei rund 250 Milliarden Euro pro Jahr. Ob demgegenüber sogar bis zum Jahr 2050 durch die Transformation der Energieversorgung sogar Geld gespart werden kann, hängt maßgeblich von der Preisentwicklung fossiler Energieträger ab. In der Studie wird davon ausgegangen, dass diese Kosten kontinuierlich steigen. Je niedriger die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, desto höher ist das Einsparpotenzial, dass die Forscher sehen.

 

Verschiedene Szenarien für die Kostenentwicklung

Insgesamt sechs Szenarien haben die Autoren für die Simulation entworfen – mit unterschiedlich hohen Anstrengungen für die Transformation unserer Energieversorgung. Die Modelle reichen vom Status quo bis hin zu einem schnellen Ausstieg aus der Kohlekraft und forcierter Gebäudesanierung. Sie beziehen diverse Faktoren mit ein, darunter den Anteil an elektrisch betriebener Mobilität, den Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromversorgung sowie die Kosten von Emissionszertifikaten.

Je schneller die Energiewende vonstatten geht, so die Ergebnisse der Studie, desto höher sind die Einsparpotenziale. Zwar ist die Transformation zunächst mit hohen Kosten verbunden. Diese können jedoch mittelfristig wieder kompensiert werden, so dass damit in einem positiven Szenario sogar Kosten im Vergleich zum jetzigen Energie-Mix gespart werden können.

Schnellere Transformation hilft, Kosten zu senken

Die Autoren beziehen für ihre Modelle auch unterschiedliche Einsparziele mit ein. Das offizielle Ziel der Bundesregierung lautet: 80 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050. Besser wären jedoch 85 oder gar 90 Prozent – und entsprechend höher das finanzielle Sparpotenzial, so die Studie.

Quellen: www.ise.fraunhofer.de

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