Aus der Luft gewonnener Treibstoff bietet den OPEC-Ländern neues Potential

Die neuste Technologie macht OPEC Länder zu hervorragend geeigneten Regionen für die Herstellung von synthetischem Kraftstoff. Dies könnte ein Schlüsselfaktor sein für die allmähliche Abschaffung fossiler Brennstoffe nach dem Pariser Abkommen, während ein Teil der Wertschöpfungskette der Öl-Industrie bewahrt wird.
Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hielten am Donnerstag, den 25. Mai ihre 172. Versammlung in Wien ab. In einigen Jahrzehnten wird das jetzige Geschäft mit fossilen Brennstoffen überholt sein, doch Öl- und Gasprodukte werden auch noch in einer klimaneutralen Welt gebraucht. Das Pariser Abkommen sieht ein Wandel hin zu einer Null-Emissions-Welt innerhalb weniger Jahrzehnte vor. Das bedeutet die vollständige Abschaffung aller fossiler Brennstoffe. Nichtsdestotrotz sind Kohlenwasserstoffe immer noch notwendig für Sektoren wie die Marine, die Luftfahrtbranche und die Chemieindustrie.
Da die OPEC Länder nun ihre Öl- und Gasvorräte unberührt lassen müssen, müssen sie sich nach neuen Methoden zur Kraftstofferzeugung umsehen, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Die Lösung dafür könnten Power-to-Liquid (Energie zu Flüssigkeit) Verfahren sein, sagen Christian Breyer, Professor für Solarwirtschaft an der LUT und Pasi Vainikka, führender Wissenschaftler vom VTT.

Neo-Carbon Energy: Synthetische Kraftstoffe aus der Luft

Das Neo-Carbon Energy Projekt der Technischen Universität von Lappeenranta (LUT) und dem VTT Technischem Forschungszentrum Finnlands ermöglicht die Herstellung synthetischer Kraftstoffe direkt aus der Luft.
Diese Lösung basiert auf der Lagerung von Kohlendioxid, Wasserelektrolyse und anschließender Syntheseeinheiten, sowie Methanisierung von Methan oder Fischer-Tropsch Prozesse für liquide Brennstoffe. Benutzt wird dabei kostengünstige, erneuerbare Energie, beispielsweise Wind oder Solar, sodass synthetischer Kraftstoff ohne Kohlendioxidausstoß erzeugt werden kann. Dies könnte zu einer völlig neuen Kreislaufwirtschaft führen.
Die geschätzten Kosten dieser Kraftstoffe werden sich zwischen 2030 und 2040 auf rund 0,80€ pro Liter belaufen, sofern sie in den Maghreb Regionen produziert werden. Solche Preise wurden 2008 für Erdöl erreicht. In Zukunft könnten die Kosten sogar noch sinken, sollten ebenfalls die Preise für Photovoltaikanlagen und Batterien fallen. Die Kapazitäten der Produktion sind praktisch unbegrenzt, da die Erde über 1000-mal mehr Energie durch die Sonne bekommt als weltweit für den Energiebedarf benötigt wird. Deswegen ist es wahrscheinlich, dass diese Power-to-fuels Energie zwischen 2030 und 2040 erheblich an Bedeutung gewinnen wird.
„Ohne diese Technologie ist eine Null-Emissionen Wirtschaft unmöglich.“ bekräftigt Breyer, Professor für Solarenergie der LUT.
Die Rohstoffe die für den Prozess benötigt werden sind Kohlenstoff und Wasser, wobei CO2 aus der Luft gewonnen wird. Der Wasserstoff wird durch Elektrolyse aus Wasser erzeugt. Die dafür aufgewandte Elektrizität stammt aus erneuerbaren Energien. Schlussendlich werden CO2 und Wasserstoff in einem Synthese-Reaktor, der mit Hochdruck und hohen Temperaturen arbeitet, zu Kohlenwasserstoff kombiniert. Zukünftige Methoden könnten ebenfalls Wasser aus Luft gewinnen, da dies ein Nebenprodukt der CO2 Spaltung ist.
„Alle diese Technologien sind bekannt, die meisten schon seit Jahrzehnten.“ Sagt Vainikka vom VTT.

OPEC Regionen sind perfekt für die Produktion

Neo-Carbon Energie ist dort durchführbar wo erneuerbare Energien zu geringen Preisen verfügbar sind. Nachforschungen zeigen, dass die effizientesten Standorte für die Herstellung von Kohlenwasserstoff die Regionen sind, in denen es reichlich Sonnen- und Windquellen gibt, sowie Patagonien, die Maghreb Regionen, das Horn von Afrika oder Westaustralien. Auch der Mittlere Osten ist für die Produktion geeignet. Die Produkte könnten schon heute weltweit handelsfähig sein. Außerdem müssten die Flüssigkeiten und Chemikalien verfeinert werden. Das bedeutet dass die heutige Wirtschaftskette fossiler Brennstoffe in veränderter Form beibehalten werden könnte. Eine neue Versuchsanlage soll im Juni in Finnland eröffnet werden.

Quellen: sciencedaily.com, Lappeenranta University of Technology, LUT
Bild: pexels

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