Strom Cloud: Was ist das und wie funktioniert diese? Welche Anbieter gibt es?

Abhängig von Region und Jahreszeit ist es auch für Besitzer modernster PV-Anlagen nicht immer einfach, den benötigten Strom zu 100 % selbst zu erzeugen. Abhilfe schaffen soll die Strom-Cloud: Sie soll in erster Linie komplett unabhängig von regionalen Energieversorgern machen und gleichzeitig eine Gemeinschaft aus Ökostrom-Erzeugern fördern – aber wie funktioniert das überhaupt?

Kampf gegen die Jahreszeiten

Sofern Sie in einer Region wie Deutschland wohnen – mit heißen Sommern und kalten Wintern – und bereits eine PV-Anlage betreiben, kennen Sie das Problem wahrscheinlich: Im Hochsommer erzeugen Sie so viel Strom, dass Sie ihn unmöglich selbst verbrauchen können. Der hausinterne Speicher kann die großen Energiemengen bis zu einer gewissen Menge speichern, danach verschwenden Sie Strom. Im Winter hingegen – bei wochenlangen, dichten Wolkendecken – müssen Sie wahrscheinlich häufig Strom hinzukaufen, um nicht irgendwann im Dunkeln zu sitzen. Um diesem Missstand zu begegnen, gibt es die Strom-Cloud für Privatbetreiber.

Stromauslagerung an Bedürftige

Stellen Sie sich die Strom-Cloud ähnlich wie vor eine Daten-Cloud – nur, dass Sie „online“ Strom speichern anstelle von Dokumenten und Dateien. Sie liefern den in den warmen Monaten zu viel produzierten Strom in die Speicher von Versorgern wie enerix oder SENEC.cloud und Sonnen. Dort verpufft er nicht wirkungslos, sondern wird allen Betreibern von PV-Anlagen zur Verfügung gestellt, die sich ebenfalls für die Installation der benötigten Anlagen der Betreiber entschieden haben. Die Funktionsweise ist dann schnell verständlich:

  • Alle Anlagenbesitzer speisen überschüssige Energie in die große Strom-Cloud ein. Dies geschieht automatisch, Sie müssen also keinen zusätzlichen Aufwand befürchten.
  • Personen, die zu wenig Strom produzieren, um den Eigenbedarf zu decken, erhalten Strom aus der Strom-Cloud. Auch dies geschieht automatisiert ohne eine zusätzliche Antragstellung oder ähnliche Hürden.
  • Personen, die zu viel Strom für den hausinternen Speicher produzieren, leiten den Strom in die Cloud um. Dort steht er den bedürftigen Hausbesitzer dann zur Verfügung.

In einem System wie der Strom-Cloud sind Sie somit gleichzeitig Erzeuger von erneuerbarer Energie als auch Verbraucher – aber in einem wesentlich größeren Maßstab als es mit dem eigenen Haus realisierbar wäre.

Die Kosten der Strom-Cloud

Offensichtlich würde dieses System niemand nutzen, wenn am Ende höhere Kosten als durch eine traditionellere Methode entstehen würden. Die Anbieter von Strom-Cloud-Services reagieren darauf: Speisen Sie in einem Jahr mehr Strom in die Cloud ein als Sie beziehen, bekommen Sie dieses Guthaben zurück. Grundlage für die Berechnung ist die auf die jeweilige PV-Anlage zutreffende Einspeisevergütung pro Kilowattstunde. Holen Sie sich zu viel Strom aus der Cloud und stellen für die gesamte Gemeinschaft somit eine Belastung dar, erfolgt eine Berechnung des Überschusses zu den derzeit gültigen Preisen. Das ist für alle Beteiligten fair und ein Grund, warum sich die Strom-Cloud einiger Beliebtheit erfreut.

Eigenversorgung zu 100 % umgesetzt

Neben den Kostenvorteilen – es entfallen etwa die Preise für Stromzähler und dessen Ablesungen – steht auch die Tatsache im Vordergrund, dass Sie durch dieses System endlich eine Eigenversorgung realisieren können. Zwar produzieren Sie den Strom noch immer nicht bis zur letzten Kilowattstunde selbst. Dafür sind Sie sich jedoch sicher, dass die anderen Personen, die ebenfalls Strom-Cloud-Technik verwenden, einen ähnlichen Ansatz wie Sie verfolgen. Der Strom kommt tatsächlich immer direkt aus der Sonne. In gewöhnlichen Anlagen erzeugen Sie vielleicht 70 % des Strombedarfs selbst, während Sie die restlichen 30 % einkaufen – von einem Versorger, der wahrscheinlich nicht nur auf Ökostrom setzt.

Fazit: Es kann sich lohnen!

Leiden Sie unter der beschriebenen Problematik im Sommer und Winter, ist die Strom-Cloud eine probate Alternative zum klassischen Stromeinkauf über regionale Versorger. Insbesondere die Tatsache, dass Sie sich auf die Produktion von Ökostrom verlassen können, ist ein wichtiger Pluspunkt. Moderne Systeme gewähren Ihnen einen Überblick über die Produktion und den Verbrauch außerdem in Echtzeit. Unser

Strom Cloud: Was ist das und wie funktioniert diese? Welche Anbieter gibt es?
Give me five!

3 Gedanken zu „Strom Cloud: Was ist das und wie funktioniert diese? Welche Anbieter gibt es?

  • Wo kommt denn im Winter der Strom her? Wenn doch alle PV-Anlagen-Betreiber die gleichen Probleme haben, dass die Eigenproduktion im Winter einfach nicht ausreichen kann?

  • Hallo, zZ. verkaufe ich meinen überschüssigen Strom für 12,3 ct an das regionale EVU und erhalte die MwSt.
    Muss ich den Stromerzeuger-Status bei Nutzung der Senec-Cloud aufgeben oder wird der überschüssige Strom am Jahresende an das EVU verkauft, sodass ich nur 1 x im Jahr an das EVU Strom verkaufe?
    MfG

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