Steuern und Photovoltaik – Lästig aber notwendig!

Die steuerrechtliche Betrachtung von Photovoltaikanlagen

Oftmals wird der steuerrechtliche Teil einer Photovoltaikanlage bei der Planung außen vor gelassen. Grundsätzlich gilt: Jeder Betreiber einer ans Netz gekoppelten Photovoltaikanlage wird unternehmerisch tätig. Diese Einordnung hat Folgen bezüglich der Berechnung der Einkommens- und Umsatzsteuer. Wird eine größere Anlage betrieben, so kommt auch die Gewerbesteuer in Betracht.

Das Betreiben einer Photovoltaikanlage als unternehmerische Tätigkeit

Im Idealfall sollte eine Photovoltaikanlage Gewinn einbringen. Betreiben Sie jedoch eine Photovoltaikanlage mit dem hauptsächlichen Ziel des dauerhaften Gewinns, so liegt hierin eine unternehmerische Tätigkeit. Für Sie als Betreiber bedeutet dies ein Mehraufwand. Die einfachste Lösung ist die Beauftragung eines Steuerberaters. Zunächst sollte in einem ersten Schritt das Finanzamt von der Installation einer Photovoltaikanlage unterrichtet werden. Hinzu kommt eine Nachfrage beim zuständigen Ordnungsamt, ob eine Gewerbeanmeldung für die zu betreibende Photovoltaikanlage vonnöten ist.

Die Behandlung der Umsatzsteuer

Mit Mitteilung des Betreibens einer Photovoltaikanlage an das Finanzamt erhalten Sie eine Umsatzsteuernummer. Mit dieser Nummer geht die Pflicht einher, eine Umsatzsteuererklärung einzureichen. Außerdem müssen Sie – zunächst monatlich, später alle drei Monate – eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Im EEG ist die Einspeisevergütung für jeden Betreiber festgelegt. Zudem erhalten Sie vom jeweiligen Netzbetreiber auch 19 % Umsatzsteuer. Diese müssen Sie jedoch an das zuständige Finanzamt abführen. Im Gegensatz hierzu können Sie die gesamte Umsatzsteuer, die Sie für die Investitionen aufbringen mussten, abziehen (dies bezeichnet man als Vorsteuer). Liegt der Jahresumsatz unter 17.500 im vorangegangenen und unter 50.000 im laufenden Jahr, wobei man hier von der Einspeisevergütung ausgeht, so können Sie die so genannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. In einem solchen Fall entfällt für Sie die Pflicht, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Zugleich erhalten Sie jedoch auch die gezahlte Umsatzsteuer nicht zurück. Aus diesem Grund lohnt sich der Anspruch auf die Kleinunternehmerregelung im Regelfall nicht.

 

 

Die Einkommenssteuer und die Abschreibung

Die einzureichende Einkommenssteuererklärung gibt dem Finanzamt Aufschluss darüber, ob ein Gewinn erzielt oder ein Verlust mitzuteilen ist. Die Berechnung von Gewinn und Verlust wird mit Hilfe einer Einnahmeüberschussrechnung ermittelt. Insbesondere in den ersten Jahren des Betriebs der eigenen Photovoltaikanlage zu einer Ersparnis von Steuern führen. Von den Gewinnen, die Sie mit dem Betrieb erzielen, werden sowohl Ihre laufenden Ausgaben als auch die Abschreibung abgezogen. Hierbei wird die degressive Photovoltaik Abschreibung angewandt, so werden bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 20 Jahren jedes Jahr 5 Prozent Ihrer Investitionskosten abgeschrieben. Das bedeutet, dieser Betrag wird von der erhaltenen Vergütung abgezogen.

Fazit:

Auch wenn es sich bei dem Thema Steuern um ein lästiges Thema handelt, so lässt sich jedoch bei genauerer Betrachtung erkennen, dass sowohl durch den Vorsteuerabzug als auch durch die Abschreibungsmöglichkeiten finanzielle Vorteile für Sie als Betreiber möglich sind.

Bild: pixabay

Steuern und Photovoltaik – Lästig aber notwendig!
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