Solar Farbe

Ein neuer Anstrich macht Wände zu Energiequellen

Wissenschaftler des Royal Melbourne Institute of Technology gehen neue Wege bei der Nutzung der Sonnenenergie. Sie haben einen Lack entwickelt, der nicht nur Sonnenlicht absorbiert, sondern auch Feuchtigkeit der Umgebungsluft. Die Energie des Sonnenlichts wird dabei genutzt, um das absorbierte Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Der so erzeugte Wasserstoff fungiert als Energiespeicher. Die bei der Aufspaltung der Wassermoleküle aufgewandte Energie kann später wieder freigesetzt werden, indem der Wasserstoff mit Sauerstoff chemisch reagiert.

Eine preiswerte Alternative

Die Speicherung von Energie in Form von Wasserstoff ist ein bekanntes und mittlerweile auch technisch ausgereiftes Konzept. Brennstoffzellen werden beispielsweise schon erfolgreich in Autos eingesetzt und gelten als wichtige Alternative zur Elektromobilität. Wasserstoff wird auch bereits länger als als möglicher Stromspeicher für Solarstrom aus Photovoltaikmodulen diskutiert, um diesen für eine spätere Nutzung zwischenzuspeichern. Der in Melbourne entwickelte Lack bietet sich als Alternative für klimatische Verhältnisse an, in denen die Installation einer Solaranlage nicht rentabel wäre. Jede Hauswand, jeder Zaun und jedes andere angestrichene Objekt ist für diese Art der Energieerzeugung grundsätzlich geeignet. Einzige Voraussetzungen sind Sonnenlicht und eine ausreichende Menge an Feuchtigkeit in der Luft.

Einfache Zutaten

Der Lack basiert auf Titanoxid, das bereits heute in vielen Anstrichen enthalten ist. Die neue Zutat ist synthetisches Molybdän-sulfid, das für die Absorption des Wassers zuständig ist. Es funktioniert ähnlich wie die bekannten mit Kieselgel gefüllten Antikondensationsbeutel, die Paketen vor dem Versand als Schutz vor Feuchtigkeit hinzugefügt werden.

Noch keine Massenfertigung

Noch ist der neue Lack nicht marktreif. Die Entdecker rechnen mit mindestens fünf Jahren weiterer Entwicklung. Im Zentrum steht dabei die Senkung der Herstellungskosten. Um einen merklichen Beitrag zum Umstieg von fossilen Brennstoffen auf regenerative Energien leisten zu können, müssen Wege für eine billige Massenproduktion gefunden werden. Eine zweite Voraussetzung für den Erfolg des Konzepts ist die Verfügbarkeit preiswerter Brennstoffzellen, da der dezentral erzeugte Wasserstoff auch dezentral genutzt werden muss.

Quellen: futurism.com, RMiT

Bild: pixabay

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