Sind Solarmodule wirklich giftig?

Waferbasierte Module

Module mit grundlegenden Siliciumwafern (etwa 90 % Marktanteil) mehrerer Hersteller enthalten oft Blei in der Zellmetallisierung und in ihren Loten. Da Blei ein giftiges Schwermetall ist, kann es durch andere Materialien bei niedrigen Kosten substituiert werden. Generell enthalten waferbasierte Module jedoch keine giftigen Inhaltsstoffe.

Dünnschicht-Module

Diese Module auf CdTe-Basis haben als Inhaltsstoff Cadmium in Form eines Salzes. Dieses lässt sich bei der Technologie nicht ersetzen. Cadmium ist metallisch und giftig; ebenso Cadmiumoxid. Es gibt Alternativen in der Dünnschicht-Technologie, die als Basis amorphes Silicium oder Kupfer-Indium-Selenid (CIS) enthalten.
Die CIS-Solarzellen sind mit Selen versetzt, welcges vor allem als Selenoxid giftig wirken kann. Es kommt hier auf die aufgenommene Menge an. Einige Hersteller weisen ihre Konformität ihrer CIS-Solarmodule mit der RoHS-Richtlinie (Restriction of certain Hazardous Substances) sowie der EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Au- thorisation and Restriction of Chemicals) aus.
Um eine genauere Bewertung zu erhalten, müssen unabhängige Untersuchungen des jeweiligen Moduls erfolgen.

Das Solarglas

Bisherige Solarmodule brauchen als Frontscheibe ein Glas, welches im bedeutsamen Spektalbereich zwischen 380 – 1100 nm eine besonders geringe Absorbtion hat. Einige Hersteller von Glas erhöhen die Durchsichtigkeit mit Hilfe von Gabe von Antimon (Sb) für die Glasschmelze. Sollte dieses Glas auf Deponien entsorgt werden, gelangt das Antimon eventuell auch ins Trinkwasser. Laut einigen Studien kann es ähnlich wirken wie Verbindungen von Arsen.

Rücknahme und Recycling

Produzenten von PV haben Mitte 2010 ein Recyclingsystem ins Leben gerufen, welches herstellerübergreifend mit aktuell 300 Mitgliedern funktioniert; Tendenz steigend. Am 13.08.2012 trat die neue WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment Directive) in Kraft. Diese verpflichtet die Hersteller, als Minimum 85 % aller PV Module gratis zurück zu nehmen und zu recyceln. Im Oktober 2015 trat das Elektro- und Elektronikgerätegesetz in Kraft. Dieses klassifiziert PV Module ganz klar als Haushaltsgeräte und regelt die Pflichten zur Rücknahme und die Finanzierung.

Quellen: ise.fraunhofer.de

Bild: Pexels

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