Highlights Intersolar 2017

Auf der Intersolar Europe 2017 setzen sich die Trends der letzten Jahre fort. Nicht die Jagd nach neuen Rekorden der Wirkungsgrade von Solarmodulen steht im Fokus, sondern kostengünstige Systemlösungen und intelligente Vernetzungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz der Photovoltaik in Regionen ohne Stromversorgung.

 

 

Nachhaltig und preiswert: Die neuen Module von Q CELLS

Eine auch für den Privatkunden interessante Innovation hat Q CELLS mit seiner neuen Modulserie Q.PEAK RSF L-G4.2 360-375 vorgestellt. Da die Montagekosten einen wesentlichen Anteil des Gesamtbudgets einer neuen Photovoltaikanlage ausmachen, hat Q CELLS den Fokus bei seiner Neuentwicklung darauf gelegt. Ein neues Montagesystem senkt die Materialkosten um rund 80 Prozent. Da die Installation der Module auch einfacher und schneller möglich ist, sinken die Personalkosten ebenfalls. Die Jury der Intersolar hat dieses Konzept überzeugt, sie zeichnete die neue Modulserie mit dem Award der Intersolar 2017 aus. Auch die deutlich verbesserte CO2-Bilanz bei der Herstellung hat die Jury hervorgehoben.

 

Intelligente Vernetzung von NEXT Kraftwerke GmbH

Eine der Antworten auf die schwankende Leistung von Solar- und Windkraftanlagen besteht in der intelligenten Vernetzung vieler Einzelanlagen. Auf diese Weise entstehen virtuelle Kraftwerke, die von kurzfristigen Schwankungen der Leistung einzelner Anlagen nur minimal betroffen sind. Schon seit 2010 nimmt NEXT Kraftwerke mit einem solchen virtuellen Kraftwerk am deutschen Markt für Regelenergie teil. Dies ist bemerkenswert, weil es sich bei der so genannten Regelenergie um den stets verfügbaren Strom handelt, der die Stabilität des Stromnetzes garantiert. Bezüglich der Netzstabilität ist der Solarstrom dieses virtuellen Kraftwerks damit nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Auch dieses Konzept befand die Jury als preiswürdig. Die Auszeichnung im Jahr 2017 galt dabei weniger den aktuellen technischen Verbesserungen im Detail, sondern dem gesamten Konzept. Dieses hat sich inzwischen über viele Jahre bewährt.

Philipp Boldog (Ingenieur für Photovoltaik, Solarkönig) am Stand von Alpha ESS auf der Intersolar 2017

Insellösungen stehen weiter hoch im Kurs

Fast schon traditionell findet sich unter den Preisträgern auch ein Konzept, um mittels Solarstrom Probleme in Gebieten ohne Stromversorgung zu lösen. Diesmal wurde ein System aus Photovoltaikmodulen und intelligenten Kühlschränken ausgezeichnet, die ihren Stromverbrauch automatisch dem momentanen Stromangebot anpassen. In dem federführend von der Universität Hohenheim realisierten Projekt wird eine ununterbrochene Kühlkette für landwirtschaftliche Betriebe in Entwicklungsländern realisiert, die damit erstmals auch Milch lagern und verkaufen können.

Kombinierte Solarlösungen

Den Anfang machte vor wenigen Jahren die gebäudeintegrierte Photovoltaik, die Fassaden und Dachziegel als Solarmodule realisierte. Inzwischen tauchen immer mehr solcher Systeme mit Mehrfachnutzen auf. Ausgezeichnet wurden auf der Intersolar 2017 zwei solcher Kombi-Lösungen. In einem Fall handelt es sich um die Abdeckung einer Abfalldeponie, die zugleich Solarstrom produziert. Im anderen Fall um schwimmende Solarmodule, die nicht nur Strom liefern, sondern zugleich die Algenbildung im Gewässer reduzieren.

Bild: © Solar Promotion GmbH

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