Amber: Das niederländische Startup für selbstfahrende Autos, das Uber, Tesla und Google schlagen könnte

Während Uber, Tesla und Google sich noch darüber streiten, wer von ihnen zuerst selbstfahrende Autos für den Massenmarkt zugänglich macht, plant das niederländische Startup Amber einen überraschenden Schritt, mit dem es die Giganten überholen könnte.
Wenn alles nach Plan läuft, sollen die selbstfahrenden Autos von Amber bereits Mitte 2018 auf niederländischen Straßen fahren – das kündigte CEO Steven Nelemans auf der Hannover Messe im April an.
Amber begann als ein Studententeam der Eindhoven University of Technology, die beispielsweise auch Pläne für ein kommerzielles, solarbetriebenes Auto oder Schwerlasttransporte mithilfe von Ameisensäure hervorbrachte.

Amber ist dort, wo es gebraucht wird

Ziel von Amber ist es nicht Autos zu verkaufen: Sie wollen den einfachen Zugang zu Autos verkaufen. Jedoch macht Amber es differenzierter, als andere Car-Sharing-Dienste und will garantieren, dass sich immer eines ihrer elektrischen Autos in Laufdistanz befindet – egal, wo man sich gerade befindet.
Laut CEO Nelemans nutzt Amber voraussagende Algorithmen, die berechnen sollen, an welchem Ort statistisch gesehen in den nächsten 15 Minuten Autos benötigt werden – sollte dann keines dort sein, ruft einem Amber ein Taxi. Später sollen sie dann ersetzt werden, wenn die Software besser funktioniert, ergänzte Nelemans.

Die Autos lernen durch unterschiedliche Modi

Geplant ist, dass sich die Autos von Amber früher oder später von selbst zu ihrem nächsten Standort fahren – momentan wird das noch durch Studenten übernommen.
Um genügend Daten zu sammeln, werden die Autos tagsüber noch manuell durch die Straßen von Eindhoven gefahren und nachts ohne Fahrer zum Daten sammeln geschickt. Das hat den Vorteil, dass die Software so viele Daten wie möglich akkumulieren kann, um das selbstständige Fahren zu bestimmten Zielen zu ermöglichen.

Die Partnerschaften hinter dem Dienst

Das Startup entwickelt die benötigte Software nicht allein: Dafür hat sich Amber mit fünf großen Technologieunternehmen verpartnert, darunter Nvidia oder Microsoft, welche bereits erste Software für selbstfahrende Fahrzeuge entwickelt haben.
„Es ist vielleicht nicht gut genug für Uber, Tesla oder Google“, meinte Nelemans, „Für uns reicht es aber.“
Noch ist der BMW i3 das Elektroauto, das von Amber verwendet wird. Ihr eigenes – das „Amber One“ – soll jedoch auch 2021 auf den Markt kommen und eine Million Meilen zurücklegen können, sowie leicht austauschbare Komponenten bieten.

Der niederländische Vorteil

Dadurch, dass Amber den Großteil der Ingenieursarbeit den Automobilkonzernen überlässt, und nur mit ihnen gemeinsam die benötigte Software für ihr Konzept entwickelt, können sie Kosten und Risiken gering halten.
Zudem haben bereits die Städte Eindhoven und Helmond ihre Unterstützung eingewilligt, und lassen die Autos bei Nacht von selbst durch die Straßen fahren, um Daten zu sammeln – schließlich waren die Niederlanden auch die ersten, die Teslas selbstfahrende Systeme genehmigt haben, also sieht Amber darin gute Chancen.

Die Finanzierung

CEO Nelemans berichtet über die fehlende Ambition und Abneigung gegenüber solch gewagten Projekten, wenn es um die Finanzierung durch Banken geht. „Keiner von denen glaubt, dass wir das schaffen können. Das passiert nur in Amerika“, soll Nelemans als Antwort von Investoren erhalten haben. 70 Millionen USD will Nelemans für sein Vorhaben durch Investoren erhalten.
„Unsere Ambition ist es, die ganze Welt zu erobern“, meinte der CEO auf die Frage, ob sie nach ihrem Ausbau in den Niederlanden mit ihrer Mission stoppen würden.

Quellen: Eindhoven University of Technology, Amber, venturebeat.com

Bild: Amber

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